SozialTicket

SozialTicket

Die persönliche Zeitkarte

© VRR

Mit dem SozialTicket sind Sie zum kleinen Preis an Ihrem Wohnort mobil. Nutzen Sie für Ihre täglichen Erledigungen rund um die Uhr alle Linienbusse, S-Bahnen, RB- und RE-Linien sowie Straßen- und U-Bahnen im Geltungsbereich.

Wer’s haben kann:

zum Berechtigtenkreis zählen beispielsweise

  • Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (SGB II)
  • Empfänger von Sozialhilfe (SGB XII)
  • Empfänger von Wohngeld nach WoGG
  • Leistungsberechtigte nach SGB VIII
  • Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Leistungsberechtigte nach dem Bundesversorgungsgesetz

Ob Sie zum Kreis der Berechtigten gehören, erfahren Sie bei den zuständigen Behörden Ihrer Stadt oder bei den Jobcentern oder Argen. Dort sollten Sie auch den erforderlichen Berechtigtenausweis erhalten.

Wer fahren darf:
nur Ticketinhaber (Berechtigtenausweis, persönliches Ticket und Lichtbildausweis mitführen)

Was, wo und wann:
Das Ticket gilt in den kreisfreien Städten im Tarifgebiet, bzw. in der ganzen Stadt (Preisstufe A); in den kreisangehörigen Städten im gesamten Kreisgebiet (Preisstufe KR)

Ihr Bonus:
montags bis freitags ab 19 Uhr, ganztägig an Wochenenden, gesetzlichen Feiertagen sowie am 24.12. und 31.12.: Mitnahme von bis zu drei Kindern unter 15 Jahren im gewählten Geltungsbereich

Mobilitätsgarantie:
Kostenerstattung bei Verspätung
- bis zu 25,00 Euro zwischen 5 und 20 Uhr
- bis zu 50,00 Euro zwischen 20 und 5 Uhr

Besonderheit:
Das SozialTicket besteht aus:
1. einem Berechtigtenausweis und einer Kunststoffhülle, die Sie von Ihrem Jobcenter oder Sozialamt erhalten und 2. einer Monatswertmarke, die Sie bei Ihrem Verkehrsunternehmen erhalten. Bei einigen Verkehrsunternehmen erhalten Sie auch eine Chipkarte. Damit ersparen Sie sich den monatlichen Wertmarkenkauf. 3. ist ein Lichtbildausweis (z.B. Führerschein oder Personalausweis) zur eindeutigen Identifikation nötig.

Preis 2016:
34,75 Euro

Das Interview mit unserem Tarifexperten zur notwendigen Preisanpassung erreichen Sie über die Reiterfunktion am Anfang der Seite.

Erweiterbar:
Sie besitzen ein SozialTicket und möchten Zusatzleistungen in Anspruch nehmen? Dann nutzen Sie dafür einfach unser ZusatzTicket! Das ZusatzTicket kann ausschließlich zusammen mit einem weiteren, gültigen VRR-Ticket verwendet werden und gilt je Zusatzleistung, Person und Fahrt.

Welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen können, ist davon abhängig, welches VRR-Ticket Sie besitzen.

Weitere Informationen zum ZusatzTicket erhaltenSie hier

Ticketkauf:
Die Monatswertmarke können Sie in den KundenCentern und Vertriebsstellen der Verkehrsunternehmen, den Reisezentren der Deutschen Bahn sowie an den Ticketautomaten in Ihrer Stadt erwerben.

Hintergrund zum SozialTicket-Angebot im VRR

Das SozialTicket-Angebot wurde am 1. November 2011 als Pilotprojekt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eingeführt. Seit 1. Januar 2013 ist es im gesamten Verbundraum erhältlich. Ticketinhaber können es im jeweiligen Geltungsbereich der Preisstufe A in kreisfreien Städten oder in einem ganzen Kreisgebiet rund um die Uhr in allen Bussen und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs nutzen. Zum Kreis der Berechtigten gehören unter anderen Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld, Sozialhilfe und Wohngeld. Das VRR-SozialTicket-Angebot „MeinTicket“ ist mehr als 50 Prozent preiswerter als vergleichbare Tarifangebote.

Das Land NRW subventioniert Sozialticket-Angebote daher mit 30 Millionen Euro landesweit pro Jahr und gleicht die Mindereinnahmen bei dem Verkehrsunternehmen aus. Auf Initiative des VRR hat das Land für 2016 eine notwendige Erhöhung der Landesförderung von 30 auf 40 Millionen in Aussicht gestellt. Trotz steigender Landesförderung zeichnet sich durch eine erhöhte Nachfrage nach dem Ticket für das Jahr 2016 eine erkennbare Finanzierungslücke in Höhe von ca. 3,4 Millionen Euro ab.

In unserem Interview erklärt VRR-Tarifexperte Erhard Wolf die Hintergründe:

© VRR

1. Wie entwickelt sich das SozialTicket-Angebot im VRR?
Die Nutzerzahlen steigen. Wir haben angefangen mit etwas über 80.000 Ticketinhabern. In diesem Jahr prognostizieren wir eine durchschnittliche Anzahl von ca. 130.000 Nutzern. Jeder SozialTicket-Kunde zahlt einen reduzierten Beitrag für sein Monatsticket. Dies führt zu Mindererlösen bei den Verkehrsunternehmen, weil ein vergleichbares Monatsticket der Preisstufe A, z. B. in Gelsenkirchen das Ticket1000 A2, ab dem 1.1.2016 mit 70,40 Euro mehr als doppelt so viel kostet – in kreisfreien Städten, z.B. im Kreis Recklinghausen sogar 105,10 Euro in der notwendigen Preisstufe B. Die dadurch entstehende Finanzierungslücke wird durch Landesmittel ausgeglichen. Daher begrüßen wir die in Aussicht gestellte Erhöhung der Landesförderung sehr.

2. Wenn die vorhandenen Landesmittel nicht ausreichen, welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um das Ticketangebot fortführen zu können?
Wichtigste Voraussetzung ist zunächst, dass Landesmittel überhaupt zur Verfügung stehen. Wenn keine Landesmittel zur Verfügung stehen, dann kann das SozialTicket überhaupt nicht angeboten werden. Reichen diese finanziellen Mittel aber nicht aus, muss mit einer entsprechenden preislichen Maßnahme reagiert werden. Preisliche Maßnahme bedeutet, dass der SozialTicket-Kunde dann zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt einen entsprechend höheren Fahrpreis bezahlen muss. Einen Ausgleich beispielsweise durch Kommunen, Kreisen oder die Verkehrsunternehmen ist nicht vorgesehen. Das haben die Verbandsgremien eindeutig festgelegt. Ebenso sollen andere Kundengruppen das SozialTicket nicht mitfinanzieren, auch dies wurde bereits in der Vergangenheit politisch ausgeschlossen.

3. Warum ist die unterjährige Preisanpassung zum 01.04.2016 nötig, obwohl zum Jahreswechsel auf 31,95 Euro erhöht wurde?
Nur durch die unterjährige Preisanpassung kann das SozialTicket-Angebot im VRR auch zukünftig gesichert werden. Wir sind im Moment in einer Situation, in der wir Landesmittel bekommen, also das SozialTicket fortgeführt werden kann. Die Mittel reichen aber nicht aus. Daher ist eine unterjährige Preismaßnahme nötig. Zum Jahresanfang 2016 erhöhen wir den Preis tatsächlich um 1,05 Euro, also von 30,90 Euro auf 31,95 Euro. Ein vergleichbares Ticket mit gleichem Wert ist das Ticket1000 als Monatskarte. Das wird sogar in der Preisstufe A3, also zum Beispiel in Essen oder Dortmund, um 2,40 Euro teurer. Hier entsteht also wieder eine erneute Diskrepanz zwischen dem, was der SozialTicket-Kunde bezahlt, und dem, was der Ticket1000-Besitzer bezahlt. Diese zusätzliche Lücke wird am 1. April 2016 mit einer Erhöhung um 2,80 Euro ausgeglichen. Trotz dieser Anpassung ist MeinTicket dann immer noch deutlich günstiger als vergleichbare Angebote im Gültigkeitsbereich. Je früher die Preisanpassung zum Tragen kommt, desto niedriger und moderater fällt sie aus. Deshalb haben wir uns auf den 1. April verständigt.