Beteiligungsprojekt

VRR-Nahverkehrsplan 2017

Bürgerbeteiligung am Nahverkehrsplan

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist mit aktuell rund 7,8 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 7.305 Quadratkilometern der einwohnerstärkste Verkehrsverbund und größte Nahverkehrsballungsraum Europas. In den letzten Jahren haben sich die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen im VRR-Gebiet und auch die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, demografischen, politischen und betrieblichen Rahmenbedingungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verändert. Auf Basis der geänderten Anforderungen an das Leistungsangebot präsentiert der VRR einen neu strukturierten Nahverkehrsplan (NVP), der sowohl seine Aufgabenträgerschaft für den SPNV als auch seine Funktion als Koordinator für den ÖPNV beschreibt.

Gesetzlicher Auftrag

Der gesetzliche Auftrag für den VRR zur Fortschreibung eines Nahverkehrsplans ist in § 8 ÖPNVG NRW geregelt. Der NVP dient als Planungsgrundlage für den ÖPNV im Verbundgebiet; daneben ist der VRR auch Bewilligungsbehörde für die Förderung von Infrastrukturmaßnahmen nach § 12 (Pauschalierte Investitionsförderung) und § 13 ÖPNVG (Investitionsmaßnahmen im besonderen Landesinteresse) und kann Maßnahmen fördern.

Als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) hat der VRR den Auftrag, den SPNV im Verbundraum mit seinen 16 kreisfreien Städten und sieben Kreisen zu planen, zu organisieren und zu finanzieren. Der Nahverkehrsplan ist nicht nur ein gesetzlicher Auftrag, sondern auch ein wichtiges Planungsinstrument, in dem Planer und Politiker Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen im ÖPNV sowie Perspektiven für das zukünftige Leistungsangebot erhalten. Der NVP bietet einen detaillierten Überblick über die langfristige Strategie des VRR bei der Planung des SPNV-Leistungsangebotes sowie über die kurz-und mittelfristigen Umsetzungsschritte.

Neue SPNV-Konzepte

Der NVP stellt die relevanten SPNV-Konzepte für die nächsten Jahre vor und skizziert im sogenannten „Zielnetz 2020-2030+“ darüber hinausgehende Linien- und Korridormaßnahmen. Zudem geht der NVP auf den Einsatz moderner Fahrzeuge und die Qualität im SPNV ein.

Auf den Seiten 74 bis 77 sind die umgesetzten Maßnahmen der letzten acht Jahre im SPNV seit dem letzten NVP zu finden. Dazu gehört das im Dezember 2016 umgesetzte RE-Konzept sowie das Großprojekt Rhein-Ruhr Express (RRX). Dort können sich Interessierte über verschiedene Aspekte informieren wie zum Beispiel zu den neuen Betreibern der RRX-Linien wie auch zu den Fahrzeugeigenschaften (Seiten 79 bis 90). Auch das Konzept zur neuen S-Bahn Rhein-Ruhr mit dem angepassten 15-/30-Minuten-Takt wird vorgestellt (Seiten 90 bis 98).

Zielnetz 2020-2030

Durch Änderungen im Mobilitätsverhalten und bei den Pendlerverflechtungen steigt perspektivisch die Anzahl der Menschen, die in die Großstädte pendeln. Bereits heute zeigen sich die deutlichen Auswirkungen in Form von stark nachgefragten Zugverbindungen auf den Hauptkorridoren und zahlreichen Verkehrsstaus auf den Autobahnen. Hierfür versucht der VRR, das Angebot langfristig und in Abhängigkeit von der finanziellen und betrieblichen Machbarkeit weiterzuentwickeln. Auf den Seiten 112 bis 115 des NVP sind langfristige Planungen für Angebotsausweitungen sowie Taktverdichtungen wie auch Reaktivierungen aufgelistet, die der Verbund bis 2030 in der Umsetzung plant.

Neben dem SPNV widmet sich der VRR im Nahverkehrsplan 2017 auch seinen Aufgaben als Koordinator für den Öffentlichen Personennahverkehr im Verbundraum. Der Verbund stellt Maßnahmen vor, mit denen er auf eine integrierte Verkehrsgestaltung im ÖPNV hinwirkt. Ziel ist ein bedarfsgerechtes und an marktwirtschaftlichen Grundsätzen ausgerichtetes, attraktives ÖPNV-Angebot, bestehend aus einheitlichen Tarifen, einer koordinierten Fahrgastinformation, einheitlichen Qualitätsstandards sowie vernetzter Mobilität. Darüber hinaus thematisiert der NVP die digitalen Services, um den Zugang zum ÖPNV und dessen Nutzung zu erleichtern.

Bürgerbeteiligung am Nahverkehrsplan

Im Rahmen eines Online-Beteiligungsverfahrens konnten Bürgerinnen und Bürger im Mai 2016 Hinweise und Verbesserungsvorschläge zum Entwurf des VRR-Nahverkehrsplans äußern. 1.814 Personen haben sich am Verfahren beteiligt und rund 1.100 Anregungen abgegeben. Alle eingegangen Hinweise wurden gesichtet und von den Fachabteilungen geprüft. Die Anregungen sind in die Gespräche mit kommunalen Aufgabenträgern, Verkehrsunternehmen und Trägern öffentlicher Belange eingeflossen.