Beteiligungsprojekt

VRR-Nahverkehrsplan 2016

Beteiligungsprojekt für Bürgerinnen und Bürger

Bürgerbeteiligung zum VRR-Nahverkehrsplan abgeschlossen

Im Rahmen eines Online-Beteiligungsverfahrens konnten die Bürgerinnen und Bürger vom 2. bis 31. Mai 2016 Hinweise und Verbesserungsvorschläge zum Entwurf des VRR-Nahverkehrsplans (NVP) äußern. Insgesamt haben sich 1.814 Bürgerinnen und Bürger beteiligt und rund 1.100 Anregungen abgegeben. Alle Hinweise wurden inzwischen gesichtet und von den zuständigen Fachabteilungen geprüft.

Eine Reihe von Kommentaren, die die Bürgerinnen und Bürger abgegeben haben bezogen sich auf den kommunalen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Diese reichten von der Linienführung von Bussen, der Ausweitung von Betriebszeiten, Taktverstärkungen tagsüber und vor allem in den Abendstunden bis hin zu überfüllten Bussen oder Anschlussprobleme bei einzelnen Linien und zu bestimmten Zeiten. Alle entsprechenden Anregungen haben wir an die zuständigen Verkehrsunternehmen und kommunalen Aufgabenträger weitergeleitet, die diese dann in ihre regelmäßigen Überlegungen zur Optimierung des Liniennetzes und ihrer Fahrpläne oder in die Fortschreibung ihrer Nahverkehrspläne einfließen lassen können.

Etwa die Hälfte aller Anmerkungen beschäftigten sich mit dem zweiten Kapitel des Nahverkehrsplans zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Ein Teil der oft sehr fundiert dargelegten Probleme oder Hinweise sind den Fachleuten im VRR bekannt und spielen deshalb in den internen Überlegungen bereits eine Rolle. Teilweise finden sich diese auch bereits im Nahverkehrsplan wieder. Folgende Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger werden in der Fachabteilung auf Umsetzbarkeit geprüft und mit einer stärkeren Gewichtung in den Nahverkehrsplan aufgenommen:

  • Punktuelle Verbesserung der Nachtverkehre im VRR, insbesondere am unteren und linken Niederrhein, in Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten
  • Maßnahmen zur Behebung des Verbindungsdefizits zwischen Recklinghausen und Bochum (Direktverbindung)
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Anbindung des Bergischen Raums an die Oberzentren (z. B. Direktverbindung Remscheid / Solingen nach Köln, Düsseldorf und ins nördliche Ruhrgebiet)
  • Maßnahmen zur Behebung des Verbindungsdefizits zwischen Krefeld und Neuss
  • Verlängerung der S-Bahn-Linie S 8 über Mönchengladbach Hbf hinaus
  • Bedarf an neuen Haltepunkten bzw. Verlegung von Stationen

Die andere Hälfte der Hinweise bezog sich auf das erste Kapitel „Grundlagen und Rahmenbedingungen“ sowie das dritte Kapitel „Koordination ÖPNV“. Bezogen auf den Themenbereich „Tarif, Tickets, Automaten“ wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger oftmals einen leichteren Ticketerwerb und ein einfacheres Tarifsystem insbesondere für Fahrten in einen angrenzenden Verkehrsverbund. Hierzu hat das KompetenzCenter Marketing in Köln im Sommer 2016 in Zusammenarbeit mit den drei Verbünden Aachener Verkehrsverbund (AVV), VRR und Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) eine Lösung gefunden, die voraussichtlich in einem Pilotversuch ab 01.01.2017 für drei Jahre umgesetzt wird. Mit dem „EinfachWeiterTicket“ (Arbeitstitel) kann jeder Inhaber eines Zeitfahrausweises oder netzweiten KombiTickets aus den drei genannten Verbünden zu einem attraktiven Preis in einen der drei anderen Verbundräume fahren. Diese neue, sehr kundenfreundliche Tariflösung wird in den Nachverkehrsplan aufgenommen.

Mehrfach geäußert wurde der Wunsch nach mehr und höherwertigeren Fahrradabstellmöglichkeiten. Auch hier gab es im Sommer 2016 eine positive Entwicklung: Das Bundesumweltministerium wird voraussichtlich ab Januar 2017 eine Maßnahme des VRR in Zusammenarbeit mit den Kommunen fördern, bei der über 1.000 neue hochwertige Fahrradboxen und Stellplätze in Sammelabstellanlagen an ÖPNV-Haltepunkten geplant und errichtet werden. Auch Aussagen hierzu werden in den Nahverkehrsplan aufgenommen.

Der VRR hat eine Reihe detaillierter fachlicher und wertvoller Hinweise von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Die Bandbreite reichte dabei von der persönlichen Betroffenheit und kurzen positiven wie negativen Bewertungen über eher allgemeine Hinweise bis hin zu ausführlichen, sehr konkreten Verbesserungsvorschlägen. Für die Planer beim VRR ist das Stimmungsbild sehr aufschlussreich und als Feedback für die eigene Arbeit wichtig. Da der VRR als Aufgabenträger für den SPNV zuständig ist, werden einige Hinweise in diesem Bereich direkt aufgegriffen und weiterverfolgt. In anderen Bereichen wie Tarif, Vertrieb, der Vernetzung von Verkehrsmitteln etc. hat der VRR eine koordinierende Funktion und wirkt darauf hin, Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den kommunalen Aufgabenträgern, den Verkehrsunternehmen oder anderen Verkehrsverbünden umzusetzen, wie die beiden oben genannten Beispiele zeigen.

Herzlichen Dank an die Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihren Hinweisen eingebracht haben. Ihre Anregungen fließen zusammen mit den schriftlichen Stellungnahmen aus dem formalen Beteiligungsverfahren ein in die Gespräche mit kommunalen Aufgabenträgern, Verkehrsunternehmen und Trägern öffentlicher Belange, die Anfang September begonnen haben und im Oktober abgeschlossen werden. Bis Ende des Jahres überarbeitet der VRR dann abschließend den Nahverkehrsplan, der im März 2017 durch die Verbundgremien verabschiedet werden soll.