Elektromobilität

Elektromobilität im ÖPNV

Dauerbrenner Hybridbus

Ein Hybridbus (Foto: VRR)
Foto: VRR

Mit großem Aufwand betreibt die Bundesregierung die Senkung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Hintergrund sind die ambitionierten Klimaziele der Europäischen Union für das Jahr 2050. Während Haushalte, Industrie und alle anderen Sektoren ihren Ausstoß seit 1990 reduzieren, stiegen die Transportemissionen von 1990 bis 2008 um 24 Prozent. Die Lösung für diesen Missstand sieht die Bundesregierung in der Elektromobilität, insbesondere in der Förderung von Elektro-Autos. Seit mehr als 120 Jahren ist der Öffentliche Verkehr Vorreiter und Wegbereiter der Elektromobilität. Zwei Drittel der Verkehrsleistung im deutschen ÖV werden elektrisch erbracht, ein Wert, der für den Individualverkehr in unerreichbarer Ferne liegt. Durch die Förderung neuer Antriebskonzepte und die Planung von intermodalen Mobilitätskonzepten bemüht sich der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr erfolgreich, diesen Vorsprung zumindest zu halten.

Dauerbrenner Hybridbus

Bereits seit März 2009 betreibt der VRR mit in Deutschland einmaliger Intensität die Förderung der Hybridtechnik für Busse. Noch bevor die Bundesregierung in diesem Feld tätig wurde, nahm der VRR-Hybridbusse als „Innovative Projekte zur Verbesserung des ÖPNV“ in sein Förderprogramm für Maßnahmen nach §12 ÖPNVG NRW auf. Noch bevor die Fahrzeuge des ersten Förderprogrammes ausgeliefert waren, wurde wegen der hohen Nachfrage der Verkehrsunternehmen ein zweites Förderprogramm – wiederum mit einem Volumen von 10 Millionen Euro – aufgelegt. Insgesamt wurden mit diesen Mitteln 43 Hybridbusse bezuschusst. Die ersten Busse wurden im Sommer 2010 ausgeliefert und in den Fahrbetrieb übernommen. Mit dem dritten Förderprogramm vom Oktober 2010 fördert der VRR mit 10 Millionen Euro weitere 21 Gelenk- und sechs Solobusse gefördert, welche die Hybridbusflotte der VRR-Verkehrsunternehmen im Herbst 2011 auf insgesamt 70 Fahrzeuge anwachsen ließen. Parallel hierzu wird im Rahmen eines Forschungsprogramms daran gearbeitet, die Erkenntnisse und Erfahrungen mit der neuen Technik aus dem VRR-Raum auch für andere Verkehrsunternehmen und Fahrzeughersteller verfügbar zu machen. Der Abschlussbericht des Forschungsprogramms soll zum Jahresbeginn 2012 vorliegen.

Hybridbusse im VRR 2009 - 2012
Hybridbusse im VRR 2009 - 2012 als Blätterkatalog

Alternative Energiequellen

Ein Hybridbus der DSW21 (Foto: VRR)
Foto: VRR

Während sich bei den Hybridbussen neben dem elektrisch betriebenen Motor noch ein Diesel-Verbrennungsaggregat an Bord befindet, müssen wasserstoffbetriebene Fahrzeuge keinerlei fossile Brennstoffe mehr tanken. Der Wasserstoff dient hier als hoch effizienter Energiespeicher, in einer Brennstoffzelle wird die nutzbare elektrische Energie freigesetzt. Da Wasserstoff durch Elektrolyse aus Strom und Wasser hergestellt werden kann, besteht so künftig die Möglichkeit, Busse im ÖPNV komplett emissionsfrei zu betreiben. Erste Pilotprojekte laufen bereits im VRR-Raum, bei der Rheinbahn AG und der Vestische Straßenbahnen GmbH sind erste Wasserstoffbusse im Einsatz. Die Zahl der Fahrzeuge soll sich im Rahmen der „Innovation City“ Bottrop noch weiter erhöhen. Begleitend wird beim VRR an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet, welche die Einsetzbarkeit der Antriebstechnologie prüfen und bewerten soll.

Erfolgsfaktor Gesamtmobilität

Entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft der Elektromobilität werden überzeugende Gesamtkonzepte zur Mobilität sein. Verschiedene Trends zeigen heute Ansätze auf, welche Mobilitätsmöglichkeiten in der Zukunft von Nutzern des ÖV nachgefragt werden. Pedelecs – Fahrräder mit einem elektrischen „Rückenwind“ – verbreiten sich immer schneller. Diese Entwicklung wird im VRR zum Beispiel durch die Regiobahn unterstützt, die neben Elektrofahrrädern zu Sonderkonditionen auch Einstellboxen an einigen Bahnhöfen anbietet. Ein derzeitiger Trend, der in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen könnte, ist die Ausbreitung von Carsharing-Modellen. Die zukunftsweisende Kombination von Teilzeitautos, elektrischem Antrieb und optimaler Verknüpfung zum ÖPNV prüft der VRR gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen.

Alle Aktivitäten und Konzepte zielen darauf ab, den Beitrag des ÖPNV zum Erhalt einer intakten Umwelt zu steigern. Hierbei nutzt und erzeugt der VRR eine Win-win-Situation: Je attraktiver die Mobilitätskonzepte in der Zukunft und je ressourcenschonender die Antriebe der Fahrzeuge, desto mehr profitieren der Verkehrsverbund und die Umwelt – durch steigende Fahrgastzahlen und rückläufige Emissionen.