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title: "Pilot im SPNV: Mehr Verlässlichkeit für Fahrgäste im Störungsfall | VRR"
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description: VRR schafft die Grundlage für stabilere Betriebsabläufe und eine verlässlichere Fahrgastinformation, wenn auf wichtigen Strecken im SPNV nichts mehr geht.
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author: Wibke Hinz
date: 2026-07-30
modified: 2026-11-02
categories:
  - Wissenswertes
type: website
site: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
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# Pilot im SPNV: Mehr Verlässlichkeit für Fahrgäste im Störungsfall | VRR

![Ein Mann mit Arbeitskleidung und Helm arbeitet an einem Signal](https://www.vrr.de/fileadmin/_processed_/c/0/csm_Robuste_Stoerfallkonzepte_3840x1340_67412b92a4.webp)

   02. November 2026

Pilotvorhaben im SPNV: Mehr Verlässlichkeit für Fahrgäste im Störungsfall
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 Wer regelmäßig mit RE, RB oder S-Bahn unterwegs ist kennt es: Gestörte Signale, Weichen oder Stellwerke führen oftmals dazu, dass Züge sich verspäten, ausfallen oder über eine andere Strecke umgeleitet werden müssen. Solche Störungen im Bahnverkehr lassen sich nicht vollständig vermeiden, wohl aber besser bewältigen. Ein neues Pilotprojekt im Schienenpersonennahverkehr setzt ab 1. September 2026 genau hier an: Es schafft die Grundlage für stabilere Betriebsabläufe und eine verlässlichere Fahrgastinformation – auch dann, wenn auf wichtigen Strecken im VRR nichts mehr geht.

 Wenn umgeleitete Züge zur Überlastung führen
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Stellen Sie sich folgende Situation vor: Eine **wichtige Verkehrsachse** wie beispielsweise die Strecke **zwischen Bochum und Essen** ist **durch einen Schaden an der Eisenbahninfrastruktur akut gestört**. Alle **Gleise sind gesperrt, kein Zug kommt mehr durch**. Damit in einer solchen Situation kein Stillstand herrscht oder ein großes Durcheinander entsteht, greifen bereits seit vielen Jahren sogenannte Dispositionskonzepte. Sie legen fest, wie die von der Streckensperrung betroffenen Züge umgeleitet werden können, damit Fahrgäste trotzdem von A nach B kommen.

Im Fall unseres Bochum-Essen-Beispiels heißt das: Die **Züge fahren auf einer Ausweichstrecke über Herne und Gelsenkirchen**. Dort sind dann nicht nur die umgeleiteten Züge unterwegs, sondern auch die SPNV-Linien, die regulär über Herne und Gelsenkirchen verkehren. Binnen kürzester Zeit ist die Umleitungsstrecke überlastet, die **Züge stehen im Stau und verspäten sich** immer mehr.

 Neuer Ansatz: Weniger Züge – mehr Stabilität
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Das **neue Konzept** setzt genau hier an: Statt möglichst viele Züge über alternative Routen an der Störung vorbeizuschleusen, **reduzieren wir gezielt den Verkehr auf der Umleitungsstrecke**: **Linien mit geringen Sitzplatzkapazitäten enden vorzeitig, Parallelverkehre werden gezielt ausgedünnt**. Die so freiwerdenden Trassen schaffen **Raum für einen stabileren Betriebsablauf**.

Zurück zu unserem **Bochum-Essen-Beispiel**: Nach dem neuen Ansatz endet der **Kurztakt des RE 42 vorzeitig bereits am Recklinghäuser Hauptbahnhof, um die Umleitungsstrecke Herne – Gelsenkirchen zu entlasten**. Die **Fahrgäste steigen um** in den Langtakt des **RE 42 in Fahrtrichtung Mönchengladbach oder in den RE 2 nach Düsseldorf**.

![Georg Seifert, Abteilungsleiter Schienenpersonennahverkehr beim VRR](https://www.vrr.de/fileadmin/_processed_/8/c/csm_Seifert_7f212b583a.webp)

> Wir möchten, dass die Fahrgäste trotz Störung verlässlich von A nach B kommen – auch wenn das für einige Reisende bedeutet, dass sie umsteigen müssen. Ziel ist es, mit weniger Zügen die Umleitungsstrecke zu befahren, um die Pünktlichkeit insgesamt zu verbessern. Hierfür disponieren wir erstmals nicht nur die Züge um, die von der Streckenstörung direkt betroffen sind, sondern auch die Züge auf der Umleitungsstrecke. So bleibt die Verbindung nach Essen erhalten – und zwar planbar, bestenfalls ohne Stau und Verspätungen.

 Reisende profitieren von verlässlicherer Fahrgastinformation
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Ein **stabilerer Betrieb auf Basis eines zwar reduzierten, aber damit verlässlicheren Angebotes** im Störungsfall bedeutet auch: Die **Fahrgastinformation kann wieder Schritt halten**. Denn **wenn nicht mehr jede einzelne Zugfahrt individuell disponiert werden muss, sinkt die Belastung in den Leitstelle**n – sowohl bei den betroffenen **Eisenbahnverkehrsunternehmen** als auch beim **Eisenbahninfrastrukturbetreiber DB InfraGO**. Das schafft Freiräume für eine gezielte und verlässliche Kommunikation mit den Fahrgästen.

„Wir haben oftmals das Problem, dass bei Störungen die betrieblichen Auswirkungen so komplex sind und sich auch so schnell ändern, dass die Fahrgastinformation kaum noch nachkommt. Das führt bei den Fahrgästen verständlicherweise zu Frust. **Der neue Ansatz bewirkt, dass nicht jede Zugfahrt von der Störung betroffen ist, die verbleibenden Verbindungen verlässlicher unterwegs sind und somit auch besser in den digitalen Auskunftssystemen abgebildet werden können**“, sagt Georg Seifert.

![Eine Frau blickt am Dortmunder Hauptbahnhof auf eine große Fahrgastinformationsanlage](https://www.vrr.de/fileadmin/_processed_/d/2/csm_Fahrgastinformation_Bahnhof_1920x1080_a3fed0d158.webp)

 Gemeinsam entwickelt, gemeinsam getestet
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Das **neue Konzept wurde in einer Arbeitsgruppe mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen** entwickelt und wird zunächst **auf zwei Strecken pilotiert**, um Erfahrungen zu sammeln: **Dortmund – Essen und Mülheim an der Ruhr – Essen**. **Bestehende Dispositionsregeln wurden hierfür angepasst und auch Erfahrungswerte aus der Praxis mit einbezogen**. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten beobachten wir, wie sich das neue Vorgehen bewährt und ob es sich auf andere Strecken übertragen lässt.

 Verlässlichkeit braucht Verbindlichkeit
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Damit das neue Konzept funktioniert, müssen **alle Beteiligten an einem Strang** ziehen. Alle **Eisenbahnverkehrsunternehmen** müssen die **neuen Dispositionsregeln einhalten und auch die Fahrgastinformation entsprechend anpassen**. Denn **nur wenn Betrieb und Information zusammenpassen, entsteht für die Fahrgäste im Störungsfall ein verlässliches Gesamtbild**.

   ![Wibke Hinz](https://www.vrr.de/fileadmin/user_upload/bild/magazin/Autorenbilder_160_160/Hinz_2021_160x160.jpg)

Von Wibke Hinz
  PR- und Online-Redakteurin

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