---
title: "Transformation braucht Realitätssinn – und Eigenverantwortung | VRR"
url: "https://www.vrr.de/aktuelles/magazin/transformation-braucht-realitaetssinn-und-eigenverantwortung/"
description: "Welche finanziellen Mittel sind notwendig, um den ÖPNV in NRW zukunftsfähig aufzustellen? Nötig ist ein substanzieller Eigenbeitrag der Branche."
image: "https://www.vrr.de/fileadmin/_processed_/0/0/csm_Transformation_braucht_Verlaesslichkeit_3840x1340_78e19760b8.jpg"
author: Oliver Wittke
date: 2026-04-10
modified: 2026-04-15
categories:
  - Verkehrswende
type: website
site: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
---

# Transformation braucht Realitätssinn – und Eigenverantwortung | VRR

![Zwei Frauen steigen an einem Bahnsteig in einen Regionalverkehrszug](https://www.vrr.de/fileadmin/_processed_/0/0/csm_Transformation_braucht_Verlaesslichkeit_3840x1340_a823e972a2.webp)

   15. April 2026

Transformation braucht Realitätssinn – und Eigenverantwortung von Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR
===========================================================================================================

 Wie gestalten wir einen zukunftsfähigen und leistungsstarken ÖPNV für die Menschen im VRR, in ganz NRW und bundesweit? Diskussionen über diese Frage gibt es viele – und sie bewegen sich seit Jahren in einem Spannungsfeld zwischen Erwartungen und tatsächlicher Umsetzbarkeit. Einerseits ist der politische Anspruch hoch: Klimaschutz, gleichwertige Lebensverhältnisse und eine bezahlbare Mobilität für alle. Andererseits stehen kommunale Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen vor einer Realität aus steigenden Kosten, Fachkräftemangel, Investitionsrückständen und begrenzten finanziellen Spielräumen. Das VDV-Leistungskostengutachten für Nordrhein-Westfalen beschreibt diesen Zusammenhang nüchtern und realistisch: Es zeigt, welche finanziellen Mittel notwendig sind, um den ÖPNV in NRW zukunftsfähig aufzustellen. Allen Nahverkehrsakteuren muss jedoch klar sein: Die Verkehrswende gelingt nur dann, wenn die Branche selbst einen substanziellen Eigenbeitrag leistet.

 Zwei Szenarien, eine klare Botschaft
------------------------------------

Mit den **Szenarien „Modernisierung 2040“ und „Deutschlandangebot 2040“** skizziert das Gutachten zwei Entwicklungspfade für den ÖPNV in NRW. Beide sind ambitioniert, beide folgen klaren verkehrs- und klimapolitischen Zielen – und beide machen deutlich: **Ein leistungsfähiger, zukunftsfähiger ÖPNV ist nicht zum Nulltarif zu haben**. Allein für die Modernisierung des bestehenden Angebots und damit für die rein qualitative Verbesserung der Leistungen ergibt sich ein **zusätzlicher Finanzierungsbedarf von rund 250 Millionen Euro pro Jahr**. Soll darüber hinaus ein flächendeckend attraktives Angebot geschaffen werden – das sogenannte Deutschlandangebot –, **steigt der jährliche Mehrbedarf auf etwa 700 Millionen Euro**. Diese Zahlen sind keine Überzeichnung, sondern eine Konsequenz aus realen Kostenentwicklungen, den langfristig nötigen Investitionen in Infrastruktur, Fahrzeuge und Personal und dem notwendigen Angebotsausbau.

 Anschluss an den VRR-Nahverkehrsplan 2025: Leistung braucht Finanzierung
------------------------------------------------------------------------

Damit schlägt das VDV-Gutachten eine direkte **Brücke zum VRR-Nahverkehrsplan 2025**. Auch er beschreibt sehr klar, dass wir die **Verkehrswende und damit auch die anspruchsvollen nationalen und internationalen Klimaschutzziele nur mit einem deutlichen Leistungs- und Qualitätsausbau im Schienenpersonennahverkehr und im kommunalen Nahverkehr** erreichen werden. Allein für den VRR heißt das: Wir müssen das Angebot nahezu verdoppeln – als zentrale Voraussetzung, um mehr Menschen für den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu gewinnen. **Mehr Angebot erfordert jedoch auch mehr Finanzierung**. Diese Logik ist ebenso einfach wie unumgänglich.

 NRW im besonderen Spannungsfeld
-------------------------------

Für **Nordrhein-Westfalen** gilt das in besonderer Weise. Der **Anteil der Nutzerfinanzierung liegt hier bereits heute mit rund 35 Prozent über dem Bundesdurchschnitt**. Gleichzeitig **steigen die Kosten im ÖPNV deutlich schneller als die allgemeine Inflation** – getrieben durch Energiepreise, Personalaufwendungen, Investitionen in klimafreundliche Antriebe und den Abbau des Sanierungsstaus. Erschwerend kommt hinzu, dass geopolitische Entwicklungen und Krisen immer wieder zu Verwerfungen auf den Energie- und Kraftstoffmärkten führen. Vor diesem Hintergrund ist klar: **Zusätzliche öffentliche Mittel sind notwendig. Aber sie allein werden nicht ausreichen**.

 Der Eigenbeitrag der Branche ist keine Kür
------------------------------------------

Eine erfolgreiche **Transformation des ÖPNV setzt zwingend einen substanziellen Eigenbeitrag der Branche voraus**. Das Leistungskostengutachten formuliert diesen Anspruch sehr deutlich – und es ist richtig, ihn klar zu benennen. Einen Eigenbeitrag zu leisten, heißt dabei nicht, um jeden Preis zu sparen. Vielmehr geht es um **strukturelle Verbesserungen, die Effizienzgewinne ermöglichen und Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen: schlankere Strukturen, optimierte Prozesse, mehr Digitalisierung, eine stärkere Standardisierung und eine engere Zusammenarbeit aller Akteure**.

Gerade hier zeigt sich, wie ernst es die Branche mit ihrem Eigenbeitrag meint. Denn **Effizienz entsteht nicht durch parallele Entwicklungen oder unabgestimmte Alleingänge**, sondern durch das **Bündeln von Kräften, durch gemeinsame Standards und Lösungen, die skalierbar sind**. Wer Digitalisierung als Hebel für Wirtschaftlichkeit nutzen will, muss bereit sein, sich auf abgestimmte Strukturen einzulassen – auch dann, wenn dies bedeutet, **eigene Wege zugunsten des Gesamtsystems zurückzustellen**.

 Der VRR als Treiber und Vorreiter
---------------------------------

Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist dieser Eigenbeitrag keine abstrakte Forderung, sondern gelebte Praxis. Der **VRR versteht sich dabei bewusst als Treiber und Vorreiter der Transformation**. Dazu gehört unter anderem die **Weiterentwicklung von Strukturen in unserer Region und in ganz Nordrhein-Westfalen**. Mit der **vollständigen Integration des Nahverkehrszweckverbands Niederrhein (NVN)** hat der VRR bereits zum 1. Januar 2026 einen wichtigen Schritt vollzogen, um **Zuständigkeiten an einer zentralen Stelle zu bündeln, Doppelstrukturen abzubauen und Entscheidungsprozesse effizienter zu organisieren**. Auch die laufenden Aktivitäten auf Landesebene zur **stärkeren Bündelung von Aufgaben im Schienenpersonennahverkehr in einer landesweiten Organisation „Schiene.NRW“** folgen dieser Logik. Für den VRR ist dabei entscheidend, dass strukturelle Reformen stets **dem gleichen Ziel dienen: mehr Qualität und Verlässlichkeit für die Fahrgäste bei einem verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel**.

 Tarif und Vertrieb als Schlüssel
--------------------------------

Strukturreformen reichen jedoch nicht aus. Der **Eigenbeitrag der Branche muss sich ebenso im operativen Handeln** widerspiegeln – dort, wo Prozesse vereinfacht, Angebote verständlicher und der Zugang zum ÖPNV für die Kundinnen und Kunden konsequent erleichtert werden. Hierbei spielen die Bereiche **Tarif und Vertrieb eine ganz entscheidende Rolle**. Mit einer massiven Reduzierung des Ticketsortiments, der Abschaffung kleinteiliger Preisstufen und dem klaren Fokus auf das DeutschlandTicket und eezy.nrw haben wir bereits zum 1. März 2025 den **Nahverkehr spürbar vereinfacht und richten den Tarif auch zukünftig konsequent an den tatsächlichen Nutzungsbedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden** aus.

Für die Fahrgäste bedeutet das: **weniger Komplexität, mehr Transparenz und ein intuitiver Zugang zum ÖPNV** – unabhängig davon, ob sie regelmäßig oder nur gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs sind. Hinzu kommt der **konsequente Fokus auf digitale Vertriebswege bis hin zum bargeldlosen Ticketkauf in den Fahrzeugen** des ÖPNV. Das **senkt Kosten** bei den Verkehrsunternehmen, **reduziert den Beratungsaufwand** und **verbessert gleichzeitig den Zugang und die Servicequalität für die Kundinnen und Kunde**n.

 Standardisierung als Hebel für Qualität und Wirtschaftlichkeit
--------------------------------------------------------------

Nicht zuletzt ist die **konsequente Standardisierung von Produkten und Services ein entscheidender Hebel**, um die **Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems zu stärken** und zugleich die **Qualität für die Fahrgäste nachhaltig zu verbessern**. Konkret umfasst dies beispielsweise einheitliche Richtlinien für Haltestellen und Fahrplanwechseltermine, klare Standards bei kommunalen Produkten, Liniennummern und Stadtbahnsystemen sowie die Weiterentwicklung der Hintergrund- und Auskunftssysteme für die Fahrgäste. Dies alles sorgt dafür, dass der **ÖPNV aus Sicht der Fahrgäste verlässlicher, verständlicher und konsistenter wird – und für Verkehrsunternehmen effizienter in Planung, Betrieb und Weiterentwicklun**g.

 Transformation gelingt nur gemeinsam
------------------------------------

Das VDV-Leistungskostengutachten NRW macht eines sehr deutlich: **Die Transformation des ÖPNV ist eine Gemeinschaftsaufgabe**. Sie verlangt ein **klares politisches Bekenntnis zur Finanzierung und zugleich einen glaubwürdigen Eigenbeitrag der Branche**. Der **VRR zeigt, dass beides zusammengeht**. Die kommenden Jahre entscheiden darüber, ob aus ambitionierten Zielen eine erfolgreiche Verkehrswende wird. **Realitätssinn, Kooperation und Eigenverantwortung sind dafür kein Hemmnis, sondern die Voraussetzung**.

   ![Oliver Wittke](https://www.vrr.de/fileadmin/user_upload/bild/magazin/Autorenbilder_160_160/Oliver_Wittke_VRR-Vorstandssprecher_160x160.jpg)

Von Oliver Wittke
  VRR-Vorstandssprecher

---

  [  Zurück zur Übersicht  ](https://www.vrr.de/aktuelles/magazin/)

VRR-Newsletter
--------------

 [  Jetzt abonnieren!  ](https://www.vrr.de/aktuelles/newsletter/)