05. Juli 2019

Meine Reise durch die Nacht der Industriekultur

Am letzten Juni-Samstag war es soweit: Die ExtraSchicht lud Ruhrpott- und Kulturfans, Nachtschwärmer und Sommerfrischler in die Metropole Ruhr ein, um einen Abend lang gemeinsam die Industriekultur der Region mit Musik, Kunst, Kabarett, Sonderführungen und Feuerwerken hochleben zu lassen. Wie so Viele freue auch ich mich jedes Jahr bereits im Voraus auf dieses Event. Nicht nur, weil ich als Mitarbeiterin eines Projektpartners der ExtraSchicht schon Wochen im Voraus an der Umsetzung der ExtraSchicht mitarbeite, sondern weil ich die Nacht der Industriekultur persönlich auch immer als tolles Erlebnis wahrnehme. Gemeinsam mit Familie und Freunden – wir sind mittlerweile ein kleines eigespieltes ExtraSchicht-Team – wälzen wir Tage vorher das Programmheft, auf der Suche nach einer geeigneten Tour. Denn dabei gibt es einiges zu beachten: Welche Programmpunkte gefallen uns besonders gut? Welche Spielorte haben wir vielleicht noch gar nicht besucht oder möchten wir unbedingt erneut sehen? Wie kombinieren wir die Spielorte miteinander, dass nicht zu lange Wege entstehen und eine sinnvolle Fahrt mit den Shuttlebussen möglich ist. Nach abwägen aller Faktoren fiel unsere Wahl in diesem Jahr auf die Jahrhunderthalle Bochum, das LWL-Museum für Archäologie in Herne und den Nordsternpark in Gelsenkirchen.

Nicht zu viel vornehmen und entspannt genießen

Wenn Sie noch nie an einer ExtraSchicht teilgenommen haben denken Sie jetzt vielleicht: ‚Ganz schön wenig bei einem Programmangebot von insgesamt 50 Spielorten‘. Genau das sagte auch eine Freundin zu mir, die sich in diesem Jahr als ExtraSchicht-Neuling zu unserer Gruppe gesellte. Aber alte Hasen wissen, dass eine Auswahl von zwei bis drei Spielorten ideal ist, um das dortige Angebot stressfrei zu genießen und auch mal die ein oder andere Wartezeit mit einzuplanen. Denn eines ist sicher: Die ExtraSchicht ist bei Vielen zu einem lieb gewonnen Event geworden. Das machen die jährlich rund 200.000 Besucher deutlich. Wann hat man sonst schon die Chance, z. B. hinter die Kulissen eines Chemiewerkes oder den Abfüllstandortes für Mineralwasser zu schauen. Aber auch die aufwändig inszenierten Feuerwerke, Lichtinstallationen oder spezielle Sonderausstellungen und Führungen vor allem an großen oder außergewöhnlichen Spielorten ziehen immer wieder ein großes Publikum an. Das gehört einfach dazu und sollte bei der Planung des Abends berücksichtigt werden. Wer es etwas übersichtlicher und beschaulicher mag, für den hält das Programmheft aber viele kleinere und nicht weniger spannende Orte bereit, die sich oft im Nachhinein unter dem Motto ‚klein aber fein‘ als Geheimtipp rausstellen – gerade weil sie eben nicht so überlaufen sind.

Seltene Einblicke in der Jahrhunderthalle Bochum

Um mich entspannt auf den Abend einzustimmen, beginne ich jede ExtraSchicht gerne mit einem ruhigen Programmpunkt wie einer Besichtigung oder Führung, die ich bislang in der Freizeit noch nicht mitgemacht habe. So sprach mich die Besichtigung der Katakomben der Jahrhunderthalle Bochum direkt an, von der mit bereits im Vorjahr eine Kollegin erzählt hatte. Eingetaucht in farbige Illuminationen waren die alten Gemäuer unter der Erde am ExtraSchicht-Abend zur freien Erkundung geöffnet. Die Versorgungsschächte waren früher Teil eines verzweigten Tunnelsystems, das unterirdische Produktionsstätten mit normalen Betriebskellern verband. Dieser eindrucksvolle und gleichzeitig auch ein wenig unheimliche Einblick in die Arbeitsstätte vergangener Jahrzehnte ist auf jeden Fall sehenswert und bleibt im Gedächtnis. Wieder über der Erde angekommen, lauschten wir im Anschluss noch einige Zeit den Klavierstücken von Franz Liszt, die von jungen, sehr talentierten Musikern im Rahmen des Klavierfestivals Ruhr in der Halle zu einer musikalischen Pause einluden. Angelockt vom schönen Wetter zog es uns trotz der beeindruckenden Spielweise der Pianisten aber dann doch wieder ins Freie zu einem kleinen Snack und erfrischenden Getränken.

Die Fahrt mit dem Shuttlebus gibt Zeit zum Austausch

Gestärkt ging es mit dem ES 17 weiter Richtung LWL-Museum für Archäologie in Herne. Die Fahrt klappte reibungslos und es waren viele gut gelaunte Menschen zu ihren ausgewählten Spielorten unterwegs. Wir trafen auch zwei Paare, mit denen wir bereits gemeinsam die Katakomben der Jahrhunderthalle erkundet hatten und die nun auch nach Herne unterwegs waren. Da wir uns alle wiedererkannten, kamen wir direkt ins Gespräch darüber, welche Stationen noch auf den individuellen Programmzetteln stehen und welche Spielorte ein besonders lohnenswertes Programm versprechen. Kurzerhand klinkte sich ein weiteres Paar mit seinem eigenen Erfahrungsbericht in das Gespräch mit ein. Vertieft in ein sehr nettes und lustiges Gespräch verging die Fahrtzeit wie im Fluge. Nette Begegnungen wie diese sind es, die die ExtraSchicht ausmachen und vor allem die Fahrten zwischen den Spielorten mit Bus und Bahn zum Teil des Erlebnisses werden lassen.

Im Museum für Archäologie ging es phantastisch zu

Im Museum für Archäologie erwartete uns eine sehr unterhaltsame Führung zum Thema „Phantastische Tierwesen“. In Anlehnung an Harry Potter und den Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ erzählte uns der Museumsmitarbeiter jede Menge Interessantes, Lustiges und Skuriles über magische Wesen und Pflanzen wie Einhörner, Zentrauren, Thestrale, Ents oder Bowtruckles, die eingefleischten Fantsyfans sicher ein Begriff sind. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Sage nach die Einhörner von der Erde verschwunden sein sollen, weil sie zu stolz waren, um in Noahs Arche mitzufahren, sondern lieber nebenher schwammen? Vorbeifliegende Vögel machten Rast auf den Hörnern der Tiere, die unter dieser Last im Meer untergingen. Oder ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich im Schriftzug der Drogeriekette Rossmann ein Zentaur im Buchstaben O befindet? Ein Fabelwesen, dass aus einem Pferdeleib (Ross) und dem Körper eines Mannes besteht und somit den Firmennamen perfekt verkörpert. Diese und ähnliche Geschichten erfuhren wir – teilweise in witziger Quizform – zusammen mit den zahlreichen anderen Führungsteilnehmern, die sich zum Teil als echte Harry Potter-Cracks herausstellten. Ein sehr unterhaltsamer Programmpunkt, den ich jederzeit gerne wieder mitmachen würde.

 

Imposanter Abschluss im Nordsternpark Gelsenkirchen

Mit den Shuttlebussen und der S-Bahn ging es weiter zu unserem letzten Spielort des Abends. Am Nordsternpark Gelsenkirchen nahmen wir uns noch einmal die Zeit, um gemütlich in der Sonne zu sitzen und uns mit Leckereien vom Grill zu versorgen, bevor es zur Besichtigung des Bergbaustollens ging, in dem uns richtige Kumpel das Leben auf dem Pütt erklärten – inklusive Probestehen in der wirklich sehr engen Dahlbuschbombe und Einsteigen in die sogenannte Dieselkatze. Krönender Abschluss des Abends war aber die musikalische Laser- und Feuerwerkshow, die wir im Amphitheater miterleben durften. Ein imposantes Farbenspektakel, das unseren ExtraSchichtbesuch abgerundet hat. Gut gelaunt und auch ein wenig müde ging es für uns im Anschluss auf den Heimweg. Unser Fazit: tolles Wetter, tolle Aktionen, spannende Einblicke, engagierte Künstler und fröhliche Menschen. Sicherlich gab es auch die ein oder andere Wartezeit am Bus oder den Spielorten aber das gehört bei einer Großveranstaltung einfach dazu. Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Und Sie?    

Kristina Pickert

Von Kristina Pickert
PR-Redakteurin


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