Mehrheit der Fahrgäste profitiert – Handlungsbedarf an kleineren und mittleren Stationen bleibt
Bereits zum 19. Mal dokumentiert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit seinem Stationsbericht 2025 die Qualität der 296 Bahnhöfe und Haltepunkte im Verbundraum. Viermal jährlich bewerten VRR-Profitester:innen die Stationen anhand festgelegter Standards. Insgesamt zeigen die Ergebnisse ein positives Bild: Die Mehrheit der Fahrgäste steigt an Stationen ein und aus, die insbesondere bei den Kriterien Fahrgastinformation und Barrierefreiheit von den Profitestern gut bewertet wurden, während bei der Aufenthaltsqualität nach wie vor grundsätzlicher Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig macht der Stationsbericht deutlich, dass insbesondere kleine und mittlere Stationen stärker in den Fokus der Eisenbahninfrastrukturbetreiber rücken müssen, da dort erneut qualitative Schwachstellen sichtbar wurden.
VRR legt Stationsbericht 2025 vor
„Die Qualität der Stationen ist für unsere Fahrgäste ein entscheidender Faktor. Sie prägt den ersten Eindruck vom Schienenpersonennahverkehr und beeinflusst, wie wohl sich die Menschen fühlen“, sagt Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR. „Darum setzen wir konsequent auf moderne, saubere und barrierefreie Bahnhöfe und nutzen den Stationsbericht, um auf Schwachstellen hinzuweisen und gemeinsam mit den Infrastrukturbetreibern Verbesserungen auf den Weg zu bringen.“
Großteil der Fahrgäste profitiert von gut bewerteten Stationen
Wie bereits im Vorjahr zeigt sich im Berichtsjahr 2025 ein positives Gesamtbild: Die allermeisten SPNV-Fahrgäste starten oder beenden ihre Reise an Stationen, die im Test als ausgezeichnet oder ordentlich bewertet wurden. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei der Fahrgastinformation – und zwar bezogen auf die Ausstattung mit entsprechenden Anlagen und deren Schadensfreiheit: Mehr als 95 Prozent aller Kund:innen steigen an Stationen ein und aus, die hierbei sehr gut abschnitten. Ebenso positiv fällt die Bewertung der Barrierefreiheit aus. Fast 90 Prozent der Fahrgäste profitieren von stufenfreien Zugängen zu den Bahnsteigen und Bahnsteighöhen von mindestens 76 Zentimetern, die einen komfortablen Zugang in die Regionalverkehrszüge ermöglichen – entweder direkt niveaugleich oder über Rampen an den Fahrzeugen. Rund der Hälfte aller Fahrgäste steht zudem ein taktiles Leitsystem zur Verfügung, das insbesondere blinden Personen oder Menschen mit einer Sehschwäche die Orientierung am Bahnhof erleichtert. Herausfordernd bleibt dagegen grundsätzlich die Aufenthaltsqualität: 36,5 Prozent der Fahrgäste sind an hervorragend oder zufriedenstellend bewerteten Stationen unterwegs. Der insgesamt trotzdem positive Trend spiegelt sich auch in der Gesamtbewertung wider: Mehr als 76 Prozent und damit mehr als drei Viertel aller Fahrgäste nutzen bei ihrer Fahrt mit Regionalexpress, Regionalbahn oder S-Bahn positiv bewertete Stationen. In der Regel sind dies die besonders viel frequentierten Großbahnhöfe.
„Die Zahlen zeigen sehr klar: Dort, wo in den vergangenen Jahren konsequent investiert wurde, kommen diese Verbesserungen auch bei den Menschen an. Die hervorragenden Werte bei Fahrgastinformation und Barrierefreiheit sind ein starkes Zeichen dafür, dass sich die konsequente Modernisierung auszahlt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Eisenbahninfrastrukturunternehmen insbesondere die Aufenthaltsqualität an vielen Stationen im VRR verbessern müssen, damit sich Fahrgäste überall im Verbundraum gut aufgehoben fühlen – nicht nur an den großen Knotenbahnhöfen“, sagt Oliver Wittke.
Fortschritte beim barrierefreien Ausbau
Insbesondere die positive Entwicklung der Barrierefreiheit ist eng mit den Investitionen der Eisenbahninfrastrukturbetreiber verknüpft, die der VRR als Zuwendungsgeber und Bewilligungsbehörde seit Jahren unterstützt. Sieben Modernisierungsvorhaben wurden 2025 erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden Bahnsteige erhöht und stufenfreie Wege geschaffen. Entsprechend stieg der Anteil an Stationen mit stufenfreier Anbindung und ausreichend hoher Bahnsteighöhe auf 68,4 Prozent – ein erneuter Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren (2021: 61,7 % || 2022: 64,0 % || 2023:64,9 % || 2024: 65,9 %).
„Barrierefreiheit ist kein Komfortmerkmal, sondern eine Voraussetzung für echte Teilhabe“, betont VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke. „Wenn mobilitätseingeschränkte Personen genauso wie ältere Menschen, Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator, Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck sicher und selbstbestimmt mit RE, RB und S-Bahn unterwegs sein können, dann wird der Regionalverkehr zu einer Verkehrsoption für alle.“
Handlungsbedarf an kleineren und mittleren Stationen
Trotz der positiven Entwicklung bleibt der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf an kleinen und mittleren Bahnhöfen hoch. Zwar zeigt die Auswertung aller Ergebnisse eine minimale Verbesserung um 0,1 Prozentpunkte. Dennoch bewegt sich der Anteil der von den VRR-Profitester:innen positiv bewerteten Stationen mit 52,4 Prozent weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Zahl der als nicht tolerierbar eingestuften Bahnhöfe stieg von 11 Stationen im Jahr 2024 auf inzwischen 15 Stationen im Jahr 2025.
„Wir erwarten gerade hier von DB InfraGO, dass sie besonders dort nachbessern, wo die Qualität seit Jahren nicht ausreicht“, so Oliver Wittke. „Jede Station muss einen verlässlich hohen Standard erfüllen – unabhängig davon, wie viele Fahrgäste dort täglich unterwegs sind.“
Die besten und die schwächsten Stationen im VRR
Erstmals benennt der VRR im Stationsbericht 2025 die drei besten und die drei schwächsten Stationen im Verbundraum. Grundlage dieser Einordnung sind nicht nur die aktuellen Erhebungsergebnisse der VRR‑Profitester:innen, sondern auch die Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr sowie die Bedeutung der jeweiligen Stationen für die Fahrgäste des SPNV. Besonders positiv schnitten die Stationen Herne‑Wanne‑Eickel Hbf, Essen Zollverein Nord und Xanten ab. Sie zeigen, dass Investitionen in eine moderne und zeitgemäße Ausstattung, in die Barrierefreiheit und auch in funktionstüchtige Fahrgastinformationsanlagen messbare Wirkung haben.
Besonders kritisch ist die Situation an den Stationen Hattingen Mitte, Essen West und Oberhausen Hbf, die mit deutlichen Defiziten auffielen und daher kurzfristigen Handlungsbedarf aufzeigen. Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, wie unterschiedlich die Qualität an den Stationen im Verbundraum nach wie vor ausfällt. Und sie unterstreichen, wie wichtig es ist, dass sich die Eisenbahninfrastrukturbetreiber kontinuierlich für eine bestmögliche Qualität der Bahnhöfe und Haltepunkte engagieren.
Stationsbericht 2025 liefert detaillierte Einblicke
Der vorliegenden Stationsbericht und seinen Anlagen bietet detaillierte Informationen über den Zustand aller 296 Bahnhöfe und Haltepunkte im VRR, die Beleuchtung an den Stationen, die Bahnhofsgebäude, die Zuständigkeiten an den Zugangsbereichen, die wichtigsten Modernisierungsvorhaben, die Ergebnisse der Kundenbefragung, die Fahrgastinformation, das Thema Videoüberwachung und den Ticketvertrieb im SPNV.
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