08. August 2019

Mit Bus und Bahn zur Schule: Ein Gewinn für alle!

Vor ziemlich genau zwei Jahren endete für meinen Sohn die Grundschulzeit. Ich erinnere mich noch genau, dass die letzten Wochen vor den Ferien sehr aufregend waren: Denn bei aller Vorfreude auf den Schulwechsel fiel ihm der Abschied schwer und er war unsicher, was ihn erwartet. Und auch der Schulweg schien auf den ersten Blick eine kleine Herausforderung zu sein, denn die neue Schule liegt sieben Kilometer entfernt in der Nachbarstadt. Laufen? Viel zu weit. Fahrradfahren? Gern in ein paar Jahren. Auto? Absolut keine Option! Unser Glück: Zwei Buslinien verbinden unseren Wohnort mit der neuen Schule. Also haben wir ein SchokoTicket besorgt und in den Ferien fleißig Busfahren geübt. Heute – zwei Jahre später – gehört der Bus genauso fest zum Schulalltag wie Klassenarbeiten oder das belegte Brötchen vom Schulbäcker.

Warum Kinder Bus- und Bahnfahren toll finden

Wenn Sie meinen Sohn fragen, warum er gern mit dem Bus fährt, dann würde er Ihnen sehr wahrscheinlich antworten: „Weil ich da morgens schon mit meinen Freunden quatschen kann. Weil ich noch 25 Minuten Zeit habe, um die letzten Vokabeln zu pauken. Und weil keine nervenden Eltern in der Nähe sind, die mir mein Handy verbieten.“ Und an einigen Tagen würde er Ihnen wahrscheinlich erzählen: „Weil ich da morgens noch ein paar Minuten die Augen zu machen kann, wenn ich müde bin.“ Wer steht schon gern um 6.00 Uhr auf und fühlt sich dann wie das blühende Leben?

Warum ich toll finde, wenn Kinder mit Bus und Bahn fahren

Warum ich es super finde, dass mein Sohn mit dem Bus zur Schule fährt? Der Bus verschafft unserem Sohn Unabhängigkeit. Er ist nicht auf die Unterstützung von meinem Mann oder mir angewiesen, um zur Schule zu kommen. Schon nach kurzer Zeit hat er seinen langen Schulweg gemeistert, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er verbringt auf der Hin- und Rückfahrt Zeit mit Freunden, kann Kontakte pflegen. Außerdem – und das ist aus meiner Sicht ein ganz entscheidender Punkt – wird der Schulweg so für alle Schüler sicherer. Denn oft herrscht vor den Schulen ein heilloses Durcheinander, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis direkt vor den Eingang bringen oder dort wieder abholen. Falsch geparkte „Elterntaxis“ blockieren häufig die Fußgängerüberwege oder Radwege. So können die Schülerinnen und Schüler das Verkehrsgeschehen im direkten Schulumfeld nicht mehr gut überblicken und Unfälle sind vorprogrammiert.

Übung macht den Meister

Eine sichere und selbstständige Mobilität fällt allerdings nicht vom Himmel. Kinder müssen lernen, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten, dann können sie unabhängig mobil sein und am sozialen Leben teilnehmen. Und hier kommen wir als Eltern ins Spiel. Ich habe damals den Schulweg mit unserem Sohn gemeinsam geübt. In den Sommerferien. Hin und zurück. Nicht einmal, sondern mehrmals. Ich habe viel erklärt, er hat viel zugehört. Als er die Strecke dann das erste Mal allein bewältigt hat – von unserer Haustür bis zur Schule – war er stolz und glücklich. Und ich auch!

Jetzt können Sie einwenden, dass ich als Redakteurin beim VRR berufsbedingt schon ein Herz für den Öffentlichen Personennahverkehr habe. Und dass ich deshalb natürlich eine Lanze für den Schulweg mit Bus und Bahn breche. Aber ich tue das tatsächlich aus Überzeugung, weil ich erlebt habe, wie sehr alle Beteiligten davon profitieren.

Machen Sie Ihr Kind fit für den Schulweg

Wären Bus und Bahn auch eine gute Möglichkeit für Ihr Kind, um zur Schule zu kommen? In unserem Magazinartikel „Sicher mobil. Mobilitätsbildung für alle.“ finden Sie Unterlagen zum Download mit wertvollen Tipps und Hinweisen, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn bestens gerüstet ist für einen sicheren und entspannten Start an der weiterführenden Schule. Außerdem finden Sie in der SchokoTicket-Broschüre, auf unseren Internetseiten und unter www.schokoticket.de alles Wissenswerte rund um das Schülerticket des VRR.
Übrigens: Sie können sich ruhig schon in den nächsten Tagen darum kümmern, das SchokoTicket abzuschließen. Ihr Verkehrsunternehmen bucht den Preis für das Ticket erst ab dem ersten Gültigkeitsmonat ab. Unter dem folgenden Link finden Sie den entsprechenden Bestellschein.

 

Tipps und Hinweise


Für Eltern

Vor der Fahrt:

Während der Fahrt:

  • Zeigen und erklären Sie Ihrem Kind mögliche Gefahrenpunkte und Problemsituationen auf dem Schulweg.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass das Toben auf den Gehweg oder an der Haltestelle gefährlich sein kann.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind dafür, dass das Überqueren der Straße vor oder hinter dem haltenden Bus bzw. der Bahn besonders gefährlich ist. Es ist sicherer zu warten, bis das Fahrzeug weggefahren ist.
  • Weisen Sie Ihr Kind auf Ampeln und Zebrastreifen hin, an denen es sicher die Straßen überqueren kann.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind, Sie anzurufen, falls es Fragen oder Probleme hat.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Fragen oder Problemen an die Fahrerinnen und Fahrer der Busse und Bahnen zu wenden. Sie helfen jederzeit gern weiter.

 


Für Schülerinnen und Schüler

An der Haltestelle:

  • Halte zwei Schritte Abstand von der Fahrbahn. Der an- bzw. abfahrende Bus schwenkt über die Gehwegkante.
  • Vorsicht am Gleis! Von hohen Bahnsteigen kannst du herunterfallen.

Richtig einsteigen:

  • Steige im Bus vorne ein und halte dein Ticket bereit.
  • Erst alle Fahrgäste aussteigen lassen und dann einsteigen.
  • Nicht drängeln und möglichst nach hinten durchgehen.

Im Fahrzeug:

  • Nutze freie Sitzplätze.
  • Packe deine Schultasche oder deinen Rucksack zwischen die Beine auf den Boden.
  • Halte dich immer gut fest – im Stehen und im Sitzen. Wenn die Fahrerin oder der Fahrer plötzlich bremsen muss, „fliegst“ du sonst durch den Bus oder die Bahn.

Richtig aussteigen:

  • Steige aus dem Bus hinten aus.
  • Achte beim Aussteigen auf Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeuge.
Wibke Hinz

Von Wibke Hinz
PR-Redakteurin


Zurück zur Übersicht
zum Seitenanfang