Fahrgäste stehen mit Maske am Bahnsteig

28. Juni 2021

Sicherheitsbericht NRW 2020 bietet erstmals landesweiten Überblick über die Sicherheitslage im ÖPNV

Der erste Sicherheitsbericht NRW des Kompetenzcenters Sicherheit (KCS) und der NRW-Aufgabenträger VRR, Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) skizziert für das Jahr 2020 die Sicherheitslage im ÖPNV und berücksichtigt dabei, wie die Sicherheitspartner*innen im Land die Situation vor Ort einschätzen.

Sicherheitspersonal und Kundenbetreuer*innen erfassen Vorfälle in Zügen

Grundlage des neuen mit dem NRW-Verkehrsministerium abgestimmten Sicherheitsberichtes des KCS ist die Sicherheitsdatenbank NRW (Sidaba), in der Kundenbetreuer*innen und Sicherheitspersonal der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sicherheitsrelevante Vorfälle zusammentragen. Die EVU-Mitarbeiter*innen erfassten 2020 vor allem Sachbeschädigungen und Beleidigungen, aber auch das sogenannte „Erschleichen von Leistungen“. Hiervon spricht man, wenn Fahrgäste mit Vorsatz ohne Fahrausweis in den Zügen des Regionalverkehrs unterwegs sind. Etwas mehr als ein Viertel aller Meldung waren Ordnungswidrigkeiten, vor allem Verstöße gegen die Maskenplicht im ÖPNV. „Sonstige Auffälligkeiten“ schlugen mit 14 Prozent zu Buche. EVU-Mitarbeitende meldeten insbesondere Personen, die in Regionalexpress, Regionalbahn oder S-Bahn unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen.

Sicherheitspersonal im Zug

Sie fühlten sich 2020 im SPNV sicherer als noch im Vorjahr!

Schlafende Frau mit Maske auf einem Fensterplatz im Zug

Wie bereits in den Vorjahren wollten wir auch 2020 von Ihnen wissen, wie sicher Sie sich im Regionalverkehr fühlen. In fast allen Bereichen hat sich die Situation verbessert. So stieg das durchschnittliche Sicherheitsempfinden in den S-Bahnen und Regionalexpress-Zügen im VRR Raum leicht an – und zwar nicht nur tagsüber, sondern auch abends und nachts. In den Regionalbahnen urteilten die befragten Nahverkehrskund*innen konstant zum Vorjahr, abends und nachts verbesserte sich das Sicherheitsempfinden.

Sicherheitspartner*innen geben Feedback zur Situation im Nahverkehr

Ein wichtiger Baustein des neuen Sicherheitsberichtes NRW sind die Einschätzungen der Sicherheitspartner*innen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Eisenbahnverkehrsunternehmen, kommunale Verkehrsunternehmen und die Bundespolizei (BPol) geben aus ihrer Sicht Einblick in die Sicherheitslage in NRW und skizzieren die Herausforderungen im Jahr 2020. Insbesondere die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie führten dazu, dass das Personal von EVU und kommunalen Verkehrsunternehmen häufiger beleidigt und beschimpft wurde. Dies war auch bei der Bundespolizei der Fall. Die Zahl der angezeigten Taschendiebstähle sank um 45 Prozent. Kilian Schäfer, Leiter des Kompetenzcenters Sicherheit, erläutert: „Dieser doch sehr deutliche Rückgang ist auf die Maßnahmen der Bundespolizei und sicherlich auch auf die coronabedingten Abstandsregeln und den Rückgang der Fahrgastzahlen zurückzuführen. Denn insgesamt waren 2020 weniger Menschen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr unterwegs, ein Zusammenhang liegt also nahe.“

Zwei Bundespolizist*innen stehen am Bahnsteig, Sicherheitspersonal im Hintergrund

Landesweites Corona-Krisenmanagement

Auch das gemeinsame Corona-Krisenmanagement ist Teil des neuen Berichtes. Dreh- und Angelpunkt ist der Runde Tisch Corona NRW, der im März 2020 durch das NRW-Verkehrsministerium erstmals aufgrund steigender Infektionszahlen einberufen wurden und derzeit im Wochenrhythmus unter der Leitung des KCS zusammenkommt. Durch den regelmäßigen Austausch zwischen den Sicherheitspartnern werden unter anderem die Kommunikation und Information für die Fahrgäste sichergestellt, Hygienekonzepte entwickelt und die Einhaltung der Maskenpflicht im SPNV durchgesetzt.

Mit Engagement und Know-how für mehr Sicherheit

Videokamera am Bahnhof

Dem KCS und allen Akteur*innen ist es wichtig, die Sicherheitslage im Land auch weiterhin positiv zu beeinflussen. Deshalb realisieren sie – teils gefördert vom Land NRW – weitere Projekte, die im Sicherheitsbericht NRW kurz vorgestellt werden. So investieren die Sicherheitspartner*innen in den Ausbau der Videotechnik an Bahnhöfen und in Zügen des Regionalverkehrs, die weitere Qualifizierung von Service- und Sicherheitspersonal und in ein Pilotprojekt zu präventiven Beförderungs- und Aufenthaltsverboten im Bahnverkehr. Zusätzlich wird aktuell der etwaige Einsatz von Sicherheitsteams in ganz Nordrhein-Westfalen mit dem Verkehrsministerium abgestimmt.  „Mit zahlreichen technischen und personellen Maßnahmen stärken wir bereits seit vielen Jahren die Sicherheit im ÖPNV und werden uns auch weiterhin gemeinsam mit allen Partner*innen dafür engagieren, dass sich Nahverkehrskund*innen in Bus und Bahn jederzeit wohl und sicher fühlen“, so Kilian Schäfer.

Der Sicherheitsbericht NRW 2020 zum Download

Möchten Sie sich detailliert über die Sicherheitslage im nordrhein-westfälischen Nahverkehr informieren? Dann laden Sie sich den vollständigen Sicherheitsbericht NRW 2020 herunter.

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Wibke Hinz

Von Wibke Hinz
PR-Redakteurin


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