Gelsenkirchen, Köln, Unna | 05. Januar 2022

NRW-Aufgabenträger starten betrieblichen Übergang von Abellio-Verkehren bereits im Januar 2022 Übergangsfahrplan mit vorübergehend eingeschränktem Angebot

Nach den Direktvergaben der bisher von der Abellio Rail GmbH bedienten Verkehre im nordrhein-westfälischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) an DB Regio NRW, National Express und VIAS Rail zum 1. Februar 2022 haben die Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Nahverkehr Rheinland (NVR) gemeinsam mit diesen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) einen Übergangsfahrplan mit vorübergehend eingeschränktem Angebot erstellt. Das eingeschränkte Angebot soll je nach Linie zwischen 8. Januar und 1. Februar umgesetzt werden und vorerst bis einschließlich 27. Februar 2022 (Betriebsende) gelten. Betroffen sind allerdings lediglich einzelne Linien in den bislang von Abellio betriebenen Netzen. Im Anschluss ist eine Rückkehr zum regulären Leistungsangebot vorgesehen.

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Da Abellio am 31. Januar 2022 den Betrieb einstellen wird, werden die bislang von diesem EVU bedienten 15 SPNV-Linien ab 1. Februar nahtlos auf DB Regio NRW, National Express und VIAS Rail übergehen. Um die Verkehre in der Übergangsphase stabil und die Einschränkungen des Leistungsangebots für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, arbeiten VRR, NWL und NVR sowie DB Regio, National Express, VIAS Rail und Abellio eng zusammen. Dieser Kraftakt ist notwendig, um eine enorme Aufgabe zu stemmen: Das Leistungsvolumen beträgt 21 Millionen Zugkilometer jährlich, verteilt auf fünf nordrhein-westfälische SPNV-Netze, mit Verkehrsleistungen auch in die benachbarten Bundesländer und grenzüberschreitend in die Niederlande.

Bereits seit Beginn des neuen Jahres werden die über 1.000 Abellio-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in die drei übernehmenden EVU eingeführt, in ihre neuen Arbeitsplätze eingearbeitet und, soweit notwendig, geschult. Konkret werden sie in die Systeme, mit denen ihr neuer Arbeitgeber fährt, eingewiesen und erhalten zudem ihre neuen Arbeitsmittel. Die EVU haben für diese Maßnahmen zwei bis drei Tage pro Mitarbeitendem angesetzt.

Parallel dazu müssen die bislang bei Abellio eingesetzten 120 Triebzüge auf die Anforderungen der drei neuen EVU angepasst und vorbereitet werden. Das gilt gleichermaßen auch für den Übergang der Instandhaltungsbetriebe in den beiden großen Bahnbetriebswerken Duisburg und Hagen, die mit der VIAS Rail einen neuen Betreiber haben. Um dies in der Kürze der Zeit und in allen Bereichen vollständig gewährleisten zu können, müssen Personale und Fahrzeuge bereits im Januar sukzessive für die erforderlichen Zeiträume freigestellt werden und können somit bis Ende Februar nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund haben die zuständigen Aufgabenträger einen mehrstufigen Übergangsfahrplan entwickelt, der ein verlässliches Angebot absichern und den Übergang zu den neuen EVU ermöglichen wird. Die erste Phase dieses Übergangsfahrplans startet am 8. Januar, die folgenden am 10. und 17. Januar, die letzte am 1. Februar. Alle Übergangszeiträume enden voraussichtlich am 27. Februar (Betriebsende). Ab  diesem Zeitpunkt soll das ursprüngliche Leistungsangebot wiederhergestellt sein.

Da aufgrund der Kürze der Zeit und des Umfangs der Verkehrsleistungen keine gänzlich neuen Bedienungskonzepte umgesetzt werden können und ungeplante Zugausfälle vermieden werden sollen, liegt der Schwerpunkt des Übergangsfahrplans auf der vorübergehenden Angebotsreduzierung ganzer Linien. Prämisse dabei war, dass die Fahrgäste in jedem Fall auf Alternativen zurückgreifen können.

Der Übergangsfahrplan mit vorübergehend eingeschränktem Angebot sieht in den jeweiligen Netzen und auf den einzelnen Linien folgende Veränderungen vor:

S-Bahn Rhein-Ruhr

  • RB 40 Essen – Hagen, ab dem 8. Januar kommen lokbespannte Züge zum Einsatz, der Fahrplan gilt aber weiterhin, lediglich eine Zusatzfahrt in der Hauptverkehrszeit (Verstärker) entfällt.
  • RE 49 Einstellung ab 10. Januar, Alternativen sind durch die Linien S3 und S9 gewährleistet.

Ruhr-Sieg Netz

  • RB 46 Bochum – Gelsenkirchen, Einstellung ab 17. Januar, ein Schienenersatzverkehr wird vorbereitet.   
  • RE 16 und RB 91 Auf dem Teilabschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn Schienenersatzverkehr mit der Betriebsaufnahme zum 1. Februar 2022.

RRX

  • RE 11 (RRX) Einstellung der Leistung zwischen Düsseldorf und Essen ab 17. Januar, Parallelverkehr ist durch RE 1 (RRX), RE 2, RE 6 (RRX) sowie weitere Linien gewährleistet.

Zwischen Essen und Kassel wird ein zweistündlicher Ersatzverkehr mit lokbespannten Zügen vorbereitet. Zudem besteht in diesem Abschnitt Parallelverkehr mit RE 1 (RRX), RE 6 (RRX) sowie RB 89 und RE 17.

Der Müngstener (S7) und Niederrheinnetz

  • S 7 Reduzierung des Taktes ab 17. Januar, statt drei Fahrten in der Stunde nun stündlich zwei Zugleistungen.
  • RB 35 Einstellung der Leistung ab 17. Januar. Parallelverkehre mit RE 42, RB 33 sowie RB 32 und RE3.
  • RE 19 Ausfall von Zusatzfahrten in der Hauptverkehrszeit (Verstärker) zwischen Emmerich und Düsseldorf ab 17. Januar.

Fahrgästen wird generell empfohlen, sich zeitnah vor Fahrtantritt über die aktuelle Situation zu informieren (www.mobil.nrw/betreiberwechsel). Auch kurzfristige Fahrplanänderungen und Störungen werden in den elektronischen Fahrplanauskünften angezeigt.

 

Zum Hintergrund:

Die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio NRW, National Express und VIAS Rail werden ab 1. Februar 2022 die bisher von der Abellio in NRW und angrenzenden Räumen betriebenen Regionalverkehrslinien übernehmen. Dies haben die politischen Gremien aller beteiligten Aufgabenträger in Folge der Insolvenz des Verkehrsunternehmens entschieden.

DB Regio wird als Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn AG die Linien der S-Bahn Rhein-Ruhr (S 2, S 3, S 9, RB 32, RB 40 und RE 49) sowie das Ruhr-Sieg-Netz mit den Linien RE 16, RB 46 und RB 91 übernehmen. National Express wird künftig die Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1 (RRX) zwischen Aachen und Hamm und RE 11 (RRX) zwischen Düsseldorf und Kassel betreiben. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen bedient unter anderem bereits die Linie RE 4 zwischen Aachen und Dortmund, den RE 6 (RRX) zwischen Flughafen Köln/Bonn und Minden und den RE 5 (RRX) zwischen Wesel und Koblenz und ist somit zukünftig für den Betrieb aller alle RRX-Linien verantwortlich. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen VIAS Rail wird das Niederrheinnetz mit der grenzüberschreitenden Linie RE 19 zwischen Düsseldorf und Arnhem/Bocholt und der RB 35 zwischen Gelsenkirchen und Mönchengladbach sowie die Linie S 7 zwischen Wuppertal und Solingen übernehmen.

Diese Vergaben sind als Notvergaben im Rahmen einer sogenannten freiwilligen ex-ante-Transparenzbekanntmachung erfolgt. Die hieraus resultierenden Beauftragungen laufen als Direktvergaben bis Dezember 2023. Für die Zeit danach sollen die Verkehre in der Zwischenzeit mit langfristigen Laufzeiten neu ausgeschrieben werden.

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