Oberhausen, Gelsenkirchen | 12. August 2020

Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Voerde und Oberhausen wird untersucht

Bereits seit einiger Zeit gibt es Bestrebungen, die Eisenbahnstrecke der sogenannten „Walsumbahn“ von Voerde über Walsum nach Oberhausen für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu reaktivieren. Vertreter der beteiligten Städte Duisburg, Oberhausen sowie des Kreises Wesel und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) haben dazu Mitte Januar dieses Jahres eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin vereinbarten die Beteiligten, bei der Erstellung und Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zur „Walsumbahn“ zusammenzuarbeiten. Die inhaltliche Aufgabenstellung zur Vorbereitung der Machbarkeitsstudie ist bereits fertiggestellt. Jetzt haben sich die beteiligten Partner auch über eine Finanzierung geeinigt und heute am 12. August im Rathaus Oberhausen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zur „Walsumbahn“

Der VRR hat bereits zugesichert, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Die verbleibende Hälfte wird von den betreffenden Gebietskörperschaften Duisburg, Oberhausen und dem Kreis Wesel mit seinen Städten Voerde, Dinslaken und Wesel getragen. Darüber hatten sich in den vergangenen Monaten die politischen Vertreter verständigt.

Sie begrüßten die Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung als einen wichtigen weiteren Schritt für eine Reaktivierung der „Walsumbahn“ und bekräftigten erneut ihre Zusammenarbeit für den weiteren Prozess.

Ausschreibung der Machbarkeitsstudie

Im Mittelpunkt der geplanten Machbarkeitsstudie wird eine Kosten-Nutzen-Untersuchung von erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen stehen. Ziel ist es, bis Anfang des nächsten Jahres erste verwertbare Ergebnisse zu haben. Damit die „Walsumbahn“ in den ÖPNV-Bedarfsplan aufgenommen werden kann, muss nach derzeitigem Stand unter anderem eine sogenannte standardisierte Bewertung durchgeführt werden. Bei positivem Ergebnis werden weitere Vereinbarungen mit den Beteiligten getroffen, die die Finanzierung und Organisation der weiteren Planungsschritte und -kosten betreffen. Bei optimalem Verlauf ist eine Beauftragung der weiteren Planungen gemäß der Leistungsphasen 1 und 2 der HOAI Mitte nächsten Jahres denkbar.

Hierzu muss allerdings mit der Machbarkeitsstudie zunächst eine solide Grundlage geschaffen und die grundsätzliche Wirtschaftlichkeit des Vorhabens dargelegt werden.

Pressemeldung als PDF

v.l. Ulrike Westkamp (Bürgermeisterin Stadt Wesel), Dr. Michael Heidinger (Bürgermeister Stadt Dinslaken), Sören Link (Oberbürgermeister Stadt Duisburg), Daniel Schranz (Oberbürgermeister Stadt Oberhausen), Dr. Ansgar Müller (Landrat Kreis Wesel), Frank Heidenreich (Ausschussvors. Investitionen und Finanzen VRR AöR), Dirk Haarmann (Bürgermeister Stadt Voerde), Gabriele Matz (Prokuristin/Abteilungsleitung Finanzen und Controlling VRR AöR)

Zitate

Dr. Ansgar Müller, Landrat des Kreises Wesel: „Die heutige Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung für eine Machbarkeitsstudie zwischen den beteiligten Kommunen und dem VRR macht deutlich, dass die Region hinter dem Vorhaben steht. Für den Kreis Wesel und insbesondere für die Städte Wesel, Voerde und Dinslaken stellt eine Reaktivierung der Bahnstrecke eine deutliche Verbesserung des ÖPNV-Angebots dar. Wir stehen jetzt am Anfang eines längeren Prozesses, in dem es zunächst gilt, die nachhaltigste und wirtschaftlichste Realisierungsvariante zu finden.“

Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg: „Ich freue mich, dass wir jetzt die Finanzierungsvereinbarung so schnell unterzeichnen konnten. Damit ist eine weitere wichtige Weiche zur Verbesserung der Infrastruktur und klimafreundlichen Verkehrsanbindung in der Region gestellt worden, die eine attraktive Anbindung für Pendler schaffen könnte.“

Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen: „Unser gemeinsames Ziel bleibt es, weitere Verkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die Reaktivierung der Walsumbahn würde zudem aber auch deutlich machen, dass wir den Willen und die Fähigkeit besitzen, größere Projekte städteübergreifend zu stemmen. Dazu wird uns die Machbarkeitsstudie hoffentlich bis Anfang 2021 erste verwertbare Ergebnisse liefern.“

Ronald R.F. Lünser, Vorstandssprecher der VRR AöR: „Für den Verkehrsverbund Rhein Ruhr ist der Ausbau und die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur von großer Bedeutung. Reaktivierungen von Schienenstrecken bergen großes Potenzial für ein verbessertes Angebot zur Anbindung des ländlichen Raumes an angrenzende Ballungszentren und sind damit ein wesentlicher Bestandteil für eine Mobilitätswende. Die inhaltliche Aufgabenstellung ist fertiggestellt, so dass mit der heutigen Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung zeitnah die Vorbereitung zur Auftragsvergabe der Machbarkeitsstudie beginnen kann.“

Frank Heidenreich, Vorsitzender des Ausschusses für Investition und Finanzen der VRR AöR und Fraktionsvorsitzender der CDU in der Verbandsversammlung des ZV VRR: „Neue SPNV-Verbindungen ermöglichen es, viele Menschen mit der Bahn schneller und klimafreundlicher von A nach B zu bringen. Insofern sind Reaktivierungen von Bahnstrecken sinnvoll. Zudem haben sie auch das Potenzial, neue Räume zu erschließen und an den Nahverkehr anzubinden und tragen somit auch zu einer Siedlungsentwicklung bei. Für die Reaktivierung der „Walsumbahn“ rechne ich mit einem positiven Ergebnis.“

Pressekontakt

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