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25. Februar 2026

Neukonstituierung der Gremien: Zukunft gestalten im VRR

Wenn sich nach einer Kommunalwahl die politischen Mehrheitsverhältnisse ändern und die neu gewählten Politiker:innen ihre Arbeit aufnehmen, dann beginnt für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eine sehr spannende Phase: Unsere neuen politischen Gremien nehmen ihre Arbeit auf, frische Perspektiven treffen auf langjährige Erfahrung – und in neuer Konstellation widmen sich die politischen Vertreter:innen dem zukünftigen ÖPNV in unserer Region.

Neustart nach den Kommunalwahlen 2025

Mit ihrer konstituierenden Sitzung im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus startete die Verbandsversammlung des Zweckverbands VRR am 25. Februar 2026 in die neue Legislaturperiode. 81 Delegierte aus sieben Kreisen und 16 kreisfreien Städten bringen in diesem politischen Rahmen ihre kommunalen Interessen in den ÖPNV unserer Region ein. Die Verbandsversammlung entsendet Vertreter:innen in die zentralen Entscheidungsgremien der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR: den Verwaltungsrat, den Vergabeausschuss und die vorberatenden Ausschüsse.

Die Mehrheitsverhältnisse orientieren sich – wie gewohnt – an den kommunalen Wahlergebnissen. So stellen zukünftig die Fraktionen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und AfD die Weichen für den ÖPNV der kommenden Jahre. Für rund 40 Prozent der Delegierten ist es ihre persönliche Premiere im VRR: Sie sind erstmals Teil der politischen Arbeit in unserem Verbund und bringen neue Impulse in eine Aufgabe ein, die für die Mobilität von Millionen Menschen eine entscheidende Rolle spielt.

  • Außenaufnahme des Hans-Sachs-Hauses in Gelsenkirchen
    Die konstituierende Sitzung der VRR-Gremien fand im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen statt.
  • Ratssaal im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen
  • Blick in den Ratssaal im Hans-Sachs-Haus

Wichtige Personalentscheidungen

Wichtige Funktionen innerhalb der politischen Gremien wurden in der konstituierenden Sitzung neu besetzt. An der Spitze des Zweckverbands VRR steht zukünftig Christoph Gerwers (CDU), Landrat des Kreises Kleve. Er wurde zum Verbandsvorsteher sowie zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats gewählt. Die Rolle der stellvertretenden Verbandsvorsteher:innen übernehmen künftig der Landrat des Kreises Recklinghausen Bodo Klimpel (CDU) und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD). 

Vorsitzende der Verbandsversammlung ist Alexandra Gräber (CDU). Sie ist seit 2004 Mitglied des Kreistags Mettmann und gehört zu den prägenden Stimmen der regionalen Mobilitätspolitik. Zu den stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Vertreter:innen aus den Städten und Kreisen Ella Luff (CDU), Dirk Plaßmann (SPD) und Petra Schmidt-Niersmann (BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN).

  • v.l.n.r.: Oliver Wittke (VRR-Vorstandssprecher), Alexandra Gräber (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Christoph Gerwers (Verbandsvorsteher und Vorsitzender des Verwaltungsrats)
    Neukonstituierung der VRR-Gremien: Oliver Wittke (VRR-Vorstandssprecher), Alexandra Gräber (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Christoph Gerwers (Verbandsvorsteher und Vorsitzender des Verwaltungsrats) (v.l.n.r.)
  • VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke mit Ella Luff (CDU), Alexandra Gräber (CDU), Petra Schmidt-Niersmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Dirk Plaßmann (SPD)
    VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke mit Ella Luff (CDU), Alexandra Gräber (CDU), Petra Schmidt-Niersmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Dirk Plaßmann (SPD), v.l.n.r.

Die Fraktionsspitzen

Auch innerhalb der Fraktionen wurden die Vorsitzenden neu bestimmt. Der Fraktion der CDU steht weiterhin Frank Heidenreich aus Duisburg vor. Er ist seit seiner Gründung im Jahr 2004 im Verwaltungsrat aktiv und bringt seine langjährigen Erfahrungen in die VRR-Gremienarbeit ein. Die SPD setzt wie bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode auf eine Doppelspitze: Norbert Schilff (Stadt Dortmund) und Bernd Goerke (Kreis Recklinghausen) leiten zukünftig die Fraktion. Vorsitzende der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind Norbert Czerwinski (Stadt Düsseldorf) und Petra Schmidt-Niersmann (Kreis Wesel). Die AfD-Vertreter:innen wählten Alexander Schaary (Stadt Duisburg) als Fraktionsvorsitzenden.

Ausschüsse: Mit Fachexpertise Entscheidungen vorbereiten

Viermal im Jahr versammeln sich die Delegierten im Rahmen der Sitzungsperioden, um über den ÖPNV im VRR zu beraten und zu entscheiden. In der Regel finden die meist öffentlichen Sitzungen in den Räumlichkeiten der VRR-Verwaltung oder im Hans-Sachs-Haus statt. Die Mitglieder der VRR-Verbandsversammlung besetzen Ausschüsse, die die Entscheidungen des Verwaltungsrates vorbereiten und sachlich-fachliche Empfehlungen aussprechen. Den Ausschuss Investitionen und Finanzen leitet Frank Berger (CDU), den Ausschuss Tarif und Marketing Arif Izgi (SPD), den Ausschuss Verkehr und Planung Frank Heidenreich (CDU). Dem Betriebsausschuss steht Laura Ann Rosen (CDU) vor, dem Finanzausschuss Rainer Röder (CDU). Der Vergabeausschuss wird von Andreas Auler (CDU) geleitet. Der Vergabeausschuss ist der einzige, der eigene Beschlüsse fasst und über sämtliche Angelegenheiten rund um Wettbewerbsverfahren und laufenden Verträge im SPNV entscheidet.

Kurz erklärt: Warum sind die politischen Gremien des VRR so wichtig?

Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Organisationsstruktur des VRR. Er ist nach dem sogenannten Drei-Ebenen-Modell organisiert: Die politische Ebene besteht – wie oben bereits erwähnt – aus den Städten und Kreisen. Die Management-Ebene ist die Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, also die VRR-Verwaltung. Hier sind die Aufgaben und Kompetenzen des Verbundes organisatorisch gebündelt. Die Verkehrsunternehmen bilden die operative Ebene.

Laut ÖPNV-Gesetz des Landes NRW müssen die Städte und Kreise den Öffentlichen Personennahverkehr in ihrem Verkehrsgebiet organisieren: Sie sind damit die sogenannten Aufgabenträger für den ÖPNV. Ihre ÖPNV-Aufgaben erledigen sie allerdings nicht allein, sondern haben sich hierzu zu einem Zweckverband zusammengeschlossen: dem Zweckverband VRR. Der Zweckverband wiederum erledigt seine Aufgaben jedoch nicht selbst, sondern hat diese auf die VRR AöR übertragen: die Management-Ebene.

Damit die Städte und Kreise aus unserem Verbundgebiet als eigentliche ÖPNV-Aufgabenträger weiterhin Einfluss auf die Entscheidungen haben, die im VRR rund um den ÖPNV getroffen werden, entsenden sie ihre Vertreter:innen in die VRR-Verbandsversammlung. Die Mitglieder der Verbandsversammlung besetzen wiederum die höchsten Entscheidungsgremien des VRR.

Das heißt im Klartext: Die Neukonstituierung unserer Gremien ist kein formaler Akt, sondern für den VRR und den Öffentlichen Personennahverkehr ein ganz wichtiges Ereignis. Denn hier kommen zum ersten Mal die Menschen aus den Städten und Kreisen zusammen, die in den nächsten fünf Jahren darüber entscheiden, wie der ÖPNV ausgestaltet sein soll – politisch legitimiert durch die Kommunalwahlen.

Weiterführende Informationen zu den drei Ebenen des VRR finden Sie in unserer Broschüre „Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr – Struktur und Aufgaben“.

Wibke Hinz

Von Wibke Hinz
PR- und Online-Redakteurin


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