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23. Juni 2026

Wie wir Kommunen bei der Modernisierung von Busbahnhöfen unterstützen

Zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB) sind Visitenkarten einer Stadt, Orientierungspunkte für Reisende und zentrale Bausteine einer vernetzten Mobilität. Seit 2009 unterstützt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Bewilligungsbehörde Kommunen dabei, ihre Verkehrsknotenpunkte zu erneuern, barrierefrei auszubauen und zukunftsfähig zu gestalten. Zeit für eine Bilanz: Welche Projekte wurden gefördert? Was ist bereits umgesetzt? Und welche Vorhaben stehen kurz vor dem Start?

Zahlen, Daten, Fakten: Der VRR als Fördergeber von Busbahnhöfen

Von B wie Breckerfeld bis V wie Velbert: Kommunen und Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet können nach § 12 ÖPNVG NRW Fördermittel beim VRR beantragen, um Busbahnhöfe zu modernisieren, barrierefrei auszubauen und besser auszustatten. Seit Beginn der Förderung im Jahr 2009 haben zahlreiche Städte und Unternehmen diese Möglichkeit genutzt – vom Niederrhein bis ins Ruhrgebiet.

Bis heute (Stand: Juni 2026) hat der VRR über 30 Förder-vorhaben für Zentrale Omnibusbahnhöfe in 28 Städten begleitet. Alle Projekte sind in den jährlich erscheinenden Förderkatalogen dokumentiert. Der erste Förderbescheid für einen Busbahnhof ging damals an die Stadt Dortmund. Mit der Förderung wurde eine Verknüpfung des S-Bahnhofs mit dem örtlichen Busnetz in Oespel geschaffen. 

Am anderen Ende der Förderhistorie steht die Stadt Dinslaken. Der geplante Neubau eines barrierefreien Busbahnhofs wurde von den Kolleg:innen aus der Förderabteilung just zum Jahreswechsel bewilligt.

Kommunen aus dem VRR, in denen eine Förderung von Busbahnhöfen bewilligt wurde.

Insgesamt wurden seit 2009 über 60 Millionen Euro für Busbahnhöfe bewilligt. Den größten Einzelbetrag erhielt mit rund 5,5 Millionen Euro an zuwendungsfähigen Kosten die Ruhrbahn in der Stadt Essen für den Busbahnhof in Steele, der zur „Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ in Betrieb ging.

Unter der Lupe: Welche Effekte spüren Kommunen nach einer Förderung?

Aktuelle Beispiele aus Remscheid und Mönchengladbach zeigen, wie moderne Busbahnhöfe heute aussehen können. Doch wie werden abgeschlossene Projekte langfristig wahrgenommen? Vier Kommunen berichten:

Der ZOB Ratingen Mitte wurde 2018 vollständig neugestaltet – als kombinierter Bus- und Straßenbahnknotenpunkt mit zehn Bussteigen und zwei 60-Meter-Straßenbahnhaltepunkten. Gefördert wurden u. a. barrierefreie Bahnsteige, ein markantes Dach, dynamische Fahrgastinformationen, Bike+Ride-Anlagen und ein neuer Kundenpavillon. „Der neue ZOB ist zu einer repräsentativen Visitenkarte am Tor zur Innenstadt geworden. Die enge Verknüpfung von U72 und Buslinien sorgt für optimale Funktionalität – und das architektonisch markante Dach setzt ein stadtgestalterisches Ausrufezeichen“, resümiert Petra Cremer, technische Beigeordnete der Stadt Ratingen, die Neugestaltung des Düsseldorfer Platzes. 

  • Der Busbahnhof in Ratingen.
    Der Busbahnhof in Ratingen. © Markus Schwier
  • Der Busbahnhof in Ratingen.
    © Achim Blazy

„Heute zeigt sich der Mehrwert der Förderung sehr deutlich: Aus einem zuvor zerschnittenen Verkehrsort ist ein lebendiger, gut erreichbarer Stadtraum geworden. Bus, Bahn und Schwebebahn sind eng, barrierefrei und mit kurzen Wegen verknüpft – ein echter Mobilitätsknoten“, berichtet Gunnar Ohrndorf, Beigeordneter der Stadt Wuppertal. Der Busbahnhof am Döppersberg wurde 2018 fertiggestellt und ist Teil einer groß angelegten Neugestaltung des gesamten Areals. Gefördert durch den VRR wurden u. a. 18 Gelenkbusstellplätze, 40 Bike+Ride‑Parkplätze, Fahrkartenautomaten, das taktile Leitsystem, Aufzüge, dynamische Fahrgastinformationsanalgen und die moderne LED‑Beleuchtung. 

Der Busbahnhof in Wuppertal.
© Stadt Wuppertal

Der Busbahnhof in Velbert wurde 2015 in Rekordzeit fertiggestellt. Gefördert wurden u. a. zwölf Bussteige, eine durchgehende Überdachung, Toilettenanlagen für Fahrgäste und Fahrpersonal, DFI‑Anzeigen, Fahrradbügel und Fahrkartenautomaten. „Mit dem neuen ZOB konnte ein zentraler und moderner ÖPNV‑Verknüpfungspunkt geschaffen werden. Er war der Schlüssel, um den Busverkehr in Velbert neu zu strukturieren – effizienter und deutlich nutzerfreundlicher“, freut sich Arnd Sulimma, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert.

Der Busbahnhof in Velbert.
Der Busbahnhof in Velbert.

Die Stadt Gelsenkirchen hat 2017 die Förderung von zwei Busbahnhöfen beim VRR beantragt: Im Stadtteil Buer wurden u. a. barrierefreie Bussteige, neue Wartehallen, sowie die Verkehrsführung und die Verknüpfung mit der Straßenbahnlinie 302 gefördert. Auch der Busbahnhof am Hauptbahnhof wurde umfassend modernisiert und barrierefrei ausgebaut. „Die ZOBs entsprachen vor ihrem Umbau nicht mehr modernen Anforderungen an Attraktivität, Barrierefreiheit, Leistungsfähigkeit und städtebauliche Anbindung“, berichtet Stadtbaurat Christoph Heidenreich. 

Die Förderung des VRR trägt seiner Einschätzung nach entscheidend dazu bei, veraltete Verkehrsknotenpunkte in moderne, einladende Räume zu verwandeln. „Die Fördermittel und Investitionen in die ZOBs in Buer und am Hbf haben dazu beigetragen, die Mobilität, Aufenthaltsqualität und Lebensqualität für die Bevölkerung in Gelsenkirchen zu verbessern. Die Förderung durch den VRR und andere Stellen ist dabei ein entscheidender Hebel, um solche Projekte überhaupt realisierbar zu machen.“, betont Stadtbaurat Christoph Heidenreich.

  • Der Busbahnhof am Gelsenkirchener Hbf.
    © Caroline Seidel
  • Der Busbahnhof am Gelsenkirchener Hbf.
    Der Busbahnhof am Gelsenkirchener Hbf. © Caroline Seidel
  • Der Busbahnhof in Buer.
    Der Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer mit der Straßenbahnhaltestelle der Linie 302.
  • Der Busbahnhof in Buer.
    Der Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer.

Bauarbeiten abgeschlossen: Der neue Busbahnhof in Rees stärkt den ländlichen Raum

Der kürzlich eröffnete Busbahnhof in Rees zeigt exemplarisch, wie moderne Mobilitätsknoten im ländlichen Raum aussehen können. Vor Ort sprachen wir mit Projektleiterin Bettina Beuchelt-Giesen der Stadt Rees, und VRR-Mitarbeiterin Mareen Heinemann über die Umgestaltung am Niederrhein.

Ausblick: Diese Projekte starten als Nächstes

Moderne Busbahnhöfe steigern die Aufenthaltsqualität, verbessern Umstiege, stärken den Umweltverbund und werten ganze Stadtquartiere auf. Der VRR unterstützt Kommunen dabei, diese Potenziale zu nutzen – fachlich und finanziell. Mehrere Kommunen haben bereits Förderanträge für ZOB-Projekte gestellt oder planen entsprechende Vorhaben. Dazu gehören u. a.:

  • Kalkar – für eine Modernisierung und Neugestaltung des ZOB im Bereich „Schulzentrum“
  • Kempen – für den barrierefreien Ausbau des Busbahnhofs am Bahnhof „Kempen-Niederrhein"
  • Essen‑Borbeck – für die Modernisierung und bessere Verknüpfung mit den weiteren Mobilitätsangeboten

„Zentrale Omnibusbahnhöfe sind entscheidend für die Mobilitätswende. Sie schaffen Orientierung, Sicherheit und Komfort – und machen den ÖPNV für die Menschen im VRR attraktiver“, betont Marc Nüßen, Abteilungsleiter der Investitionsförderung beim VRR. „Deshalb bleibt der Ausbau moderner ZOBs auch in Zukunft ein Schwerpunkt unserer Förderung. Wir freuen uns, wenn Kommunen diese Chance nutzen und entsprechende Förderanträge bei uns einreichen.“ 

Sina Dietz

Von Sina Dietz
Online-Redakteurin


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