Streik Hinweisschild, im Hintergrund ein Bahnsteig und Gleise

02. September 2021

Streiks der GDL im aktuellen Tarifstreit: Wir erklären Hintergründe und Zusammenhänge

In der aktuellen Tarifrunde zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn AG (DB) kam es in den vergangenen Wochen bereits zu zwei Streiks von Bahn-Beschäftigten, ein erneuter Streik startete am Donnerstag, 2. September. Hierdurch kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Warum das so ist, möchten wir Ihnen in diesem Magazinbeitrag erläutern.

Fragen und Antworten


Warum kann es generell zu Streiks im Eisenbahnverkehr kommen?

Die in Deutschland verkehrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen haben eigene Tarifverträge, die zu unterschiedlichen Zeiten auslaufen. In Tarifverhandlungen setzen sich Gewerkschaften mit den Arbeitgebern dann zu gegebener Zeit an einen Tisch, um einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten auszuhandeln. Kommt es zu keiner Einigung, dann kann es sein, dass Gewerkschaften zum Streik aufrufen. Im DB-Konzern sind zwei Gewerkschaften vertreten: die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).


Wer sind die Beteiligten im aktuellen Tarifstreit und wer wird bestreikt?

Aktuell verhandeln GDL und Deutsche Bahn über einen neuen Tarifvertrag. Im Zuge dessen wurde die DB bereits zweimal bestreikt, eine dritte Streikwelle läuft seit Donnerstag, 2. September (2.00 Uhr). Einige Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Werkstattpersonal sowie Beschäftigte von DB Netz AG, z. B. Stellwerksmitarbeitende, legen ihre Arbeit nieder, um den Forderungen der Gewerkschaft Ausdruck zu verleihen.

Fragen und Antworten


Welche Auswirkungen hat der Tarifstreit auf den Eisenbahnverkehr?

Wenn die GDL zu einem Streik aufruft, dann legen einige DB-Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Das führt dazu, dass beispielsweise viele Fern- oder Nahverkehrszüge nicht fahren oder in Werkstätten keine Wartungen oder Reparaturen durchgeführt werden. Auch wenn Stellwerksmitarbeiter*innen streiken, stört dies den Eisenbahnbetrieb. Denn sie sind es, die Weichen stellen oder den im Netz verkehrenden Zügen Signale geben. Sie arbeiten eng z. B. mit Fahrdienstleiter*innen und Lokführer*innen zusammen. 


Wenn nur die DB bestreikt wird, warum kann dann auch der Betrieb der anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen gestört sein?

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn DB-Stellwerksmitarbeiter*innen streiken. Denn sie stellen die Weichen nicht nur für Züge der DB, sondern für alle im Netz verkehrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen. So wird nicht nur der Betrieb von DB-Zügen beeinflusst, sondern aller Züge. Außerdem kann es vorkommen, dass DB-Züge von Triebfahrzeugführer*innen zum Beginn des Streiks so abgestellt werden, dass Strecken oder Knotenpunkte für den nachfolgenden Verkehr nicht mehr passierbar sind, Weichen oder Gleise blockiert werden. Dann kann es vorkommen, dass nicht nur Fahrten von DB-Zügen ausfallen, sondern auch Verbindungen anderer EVU. In den ersten Streikwellen fuhren die übrigen Eisenbahnverkehrsunternehmen jedoch weitgehend planmäßig.

Fragen und Antworten


Auf wie vielen Linien verkehrt eigentlich die DB im VRR?

Von den 51 SPNV-Linien im VRR werden 17 von DB Regio betrieben. Die übrigen 34 Linien sind von den derzeitigen Streikmaßnahmen nicht direkt betroffen.


Werden ausgefallene Fahrten aufgrund des Streiks ersetzt?

Während im Fernverkehr bei zuggebundenen Fahrkarten Erstattungen möglich sind, ist im Nahverkehr keine Erstattung vorgesehen, da Verbundtickets keine Zug- bzw.- Fahrzeugbindung haben. Erstattungen z. B. im Rahmen der Mobilitätsgarantie NRW sind daher ausgeschlossen – so wie es auch bei Bombendrohungen, Unwettern oder Naturgewalten der Fall ist.

Fragen und Antworten


Ist nur der Regional- und Fernverkehr vom Arbeitskampf betroffen oder auch kommunale Verkehrsunternehmen?

Mitarbeitende der kommunalen Verkehrsunternehmen werden als Beschäftigte im öffentlichen Dienst in der Regel von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vertreten. Der aktuelle Tarifstreit zwischen GDL und DB hat somit keine Auswirkungen auf den kommunalen Verkehr in den Städten und Kreisen. Ganz konkret heißt das: Auch wenn es zu einem Bahnstreik kommt, verkehren wie gewohnt die Busse, Stadt- und U-Bahnen in den Städten und Kreisen.

VRR

Von VRR
Online-Redaktion


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