03. April 2019

Stillgelegte SPNV-Strecken aus dem Ruhestand holen

Immer mehr Menschen pendeln aus dem Umland in die Großstädte – zur Arbeit, zur Uni, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Bereits heute ächzen die Straßen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) unter dem enorm hohen Verkehrsaufkommen. Marode Brücken verschärfen die Lage zusätzlich. Um die Mobilität in der Region trotzdem zu sichern, müssen wir zwingend den Öffentlichen Verkehr und insbesondere auch die Schienenverkehre in der Region stärken. Eine Erkenntnis, die nicht nur uns als Aufgabenträger für den SPNV wichtig ist, sondern auch der Landesregierung.

Verkehrsausschuss berät über Reaktivierung von Schienenstrecken

Am 27. März 2019 beschäftigte sich der NRW-Verkehrsausschuss auf Antrag der SPD-Fraktion mit der Reaktivierung von Schienenstrecken im nördlichen Ruhrgebiet. Wir wissen, wie wichtig solche Maßnahmen sind, um weitere Regionen durch den SPNV zu erschließen und Verkehre von Straßen und Autobahnen auf die Schiene zu verlagern. Deshalb unterstützen wir entsprechende Vorhaben, wenn sie sinnvoll, mit angemessenem technischem Aufwand realisierbar und damit auch finanzierbar sind.

Ziel: kürzere Reisezeiten für die Menschen in den Regionen

Was bedeutet sinnvoll? Wenn neue SPNV-Verbindungen eingerichtet werden, dann geschieht dies immer, um möglichst viele Fahrgäste schneller von A nach B zu bringen — und zwar ohne Umstiege! Sinnvoll sind Reaktivierungen also genau dann, wenn sie es möglichst vielen Menschen ermöglichen, von der Straße auf die Schiene zu wechseln und dabei Zeit zu sparen.

Der Aufwand für eine Reaktivierung muss in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Wie sehen die infrastrukturellen und technischen Gegebenheiten vor Ort aus? Müssen neue Bahnhöfe gebaut werden oder gibt es Unwägbarkeiten entlang der Strecke, die nur mit großem technischem Aufwand behoben werden können. Wenn dies der Fall ist, stellt sich schnell die Frage nach der Wirtschaftlichkeit solcher Vorhaben. Vor allem auch dann, wenn eine vergleichsweise niedrige Fahrgastnachfrage entlang einer Strecke in einem Missverhältnis zum finanziellen Aufwand stehen würde.

Finanzierung muss gesichert sein

Sind alle Vorgaben erfüllt, ist eine Strecken-Reaktivierung also sinnvoll und in einem angemessenen technischen und finanziellen Rahmen machbar, dann stellt sich schlussendlich trotzdem immer die Frage, wer die Kosten trägt. Aus Regionalisierungsmitteln für den Öffentlichen Personennahverkehr oder Fahrgeldeinnahmen lassen sich solch komplexe Projekte nicht realisieren. Vielmehr brauchen wir zusätzliche finanzielle Mittel, die gezielt in Reaktivierungsvorhaben investiert werden können.

Hier ist die Politik gefragt! Im Haushalt 2019 der Landesregierung sind über 1,8 Milliarden Euro für den ÖPNV eingeplant, 1,63 Milliarden davon sind Mittel des Bundes: Gelder, die unter anderem in die Reaktivierung stillgelegter Strecken fließen können. Da solche Projekte von den ersten Planungen bis zum Abschluss viele Jahre in Anspruch nehmen, müssen der Bund und das Land hierfür auch über das Haushaltsjahr 2019 die Finanzierung sichern.

Aktuell: Hier reaktivieren wir stillgelegte SPNV-Strecken

Wir engagieren uns nach Kräften dafür, das SPNV-Angebot in Ihrem Interesse weiterzuentwickeln. Auf drei Strecken setzen wir die Planungen bereits um: Wir reaktivieren die Hertener Bahn zwischen Bottrop und Recklinghausen (S 9), verlängern die S 28 von Mettmann-Stadtwald nach Wuppertal-Vohwinkel und reaktivieren die Niederrhein-Bahn zwischen Moers und Kamp-Lintfort.

Unsere Rolle

Der VRR als SPNV-Aufgabenträger und Bewilligungsbehörde für Investitionsvorhaben nach §§ 12 und 13 ÖPNVG-NRW ist in solchen Projekten einer von vielen Partnern, die gemeinsam die Verkehrsverhältnisse in der Region verbessern.  

Hier lesen Sie mehr über unsere Aufgaben im bei der SPNV-Aufgabenträgerschaft und bei ÖPNV-Investitionen.

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr


Zurück zur Übersicht

VRR-Newsletter

Jetzt abonnieren!
zum Seitenanfang