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Schienenpersonennahverkehr im VRR

Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im VRR ist das zentrale Rückgrat der öffentlichen Mobilität in unserem Verbundraum. Er verbindet die großen Oberzentren ebenso wie die Mittel- und Unterzentren, erschließt ländlich geprägte Räume und schafft leistungsfähige Verbindungen über Verbund- und Landesgrenzen hinweg. Täglich nutzen tausende Fahrgäste Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien für ihre Wege zur Arbeit, zu Ausbildung und Studium oder in der Freizeit.

Rückgrat einer leistungsfähigen und klimafreundlichen Mobilität

Was ist der Schienenpersonennahverkehr – und welche Rolle spielt der VRR?

Zum Schienenpersonennahverkehr zählen alle Zugangebote des Regionalverkehrs. Regionalexpress-Linien verbinden die Oberzentren mit hohen Reisegeschwindigkeiten und wenigen Halten. Regionalbahn-Linien sichern das flächendeckende Grundangebot und bedienen auch kleinere Stationen. S-Bahnen erschließen mit kurzen Haltestellenabständen und hoher Taktfrequenz die Regionen.

Der VRR ist als SPNV-Aufgabenträger dafür verantwortlich, dieses Angebot zu planen, zu organisieren und weiterzuentwickeln. Wir

  • definieren das Liniennetz und die Angebotsqualität und -quantität,
  • vergeben Verkehrsleistungen im Wettbewerb, 
  • legen Fahrzeug- und Servicestandards fest,
  • überwachen die Qualität im laufenden Betrieb und
  • entwickeln den SPNV strategisch weiter.

Ziel ist ein verlässliches, wirtschaftliches und kundenorientiertes SPNV-System, das einen messbaren Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz leistet.

Zahlen, Daten, Fakten: Der SPNV im VRR auf einen Blick

Im VRR verkehren heute 22 Regionalexpress-, 19 Regionalbahn- und 12 S-Bahn-Linien mit einem jährlichen Leistungsvolumen von rund 53 Millionen Zugkilometern. Sieben Eisenbahnverkehrsunternehmen erbringen diese Leistungen im Auftrag des VRR und – im Fall von verbundraumübergreifenden Linien – der benachbarten SPNV-Aufgabenträger. In den vergangenen Jahren haben wir das Angebot im SPNV kontinuierlich ausgeweitet: durch zusätzliche Linien, dichtere Takte, längere Betriebszeiten und neuen Direktverbindungen. Der SPNV ist somit kein statisches System, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Wie sich das SPNV-Angebot im VRR weiterentwickelt

Grund hierfür sind die sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse im VRR: Wege werden länger, Pendlerströme komplexer, Freizeitverkehre wichtiger. Der SPNV muss darauf reagieren – und zwar nicht nur durch eine Ausweitung der Leistungen, sondern auch durch eine bestmögliche Weiterentwicklung des bestehenden Systems. Denn nicht immer ist es nötig, die Infrastruktur auszubauen und neue Fahrzeuge zu beschaffen, um das Angebot zu verbessern. 

Ein wichtiger Ansatzpunkt sind deshalb Optimierungen im Bestand, etwa durch ausgeweitete Betriebszeiten abends, nachts und an Wochenenden, verbesserte Anschlüsse oder angepasste Linienwege. Darüber hinaus unterstützen wir die Reaktivierung von stillgelegten SPNV-Strecken, um Regionen wieder an das Schienennetz anzubinden und weitere Verkehre von Straßen und Autobahnen auf die Schiene zu verlagern.

Mit dem Zielnetz 2040 hat der VRR gemeinsam mit den anderen SPNV-Aufgabenträgern in NRW darüber hinaus eine langfristige Angebotsvision entwickelt. Das Zielnetz beschreibt, wie ein zukunftsfähiger SPNV mit dichteren Takten, mehr Direktverbindungen und kürzeren Reisezeiten aussehen kann. Hierzu müssen perspektivisch Strecken und Knoten ausgebaut und mit moderner Signaltechnik versehen, neue Haltepunkte geplant und Bahnsteige und Brücken reaktiviert werden. Dies alles erfordert massive Investitionen in Infrastruktur und Betrieb und setzt eine verlässliche Finanzierung des Gesamtsystems voraus.

Wie der VRR die Qualität im SPNV misst und weiterentwickelt

Ein attraktiver Schienenpersonennahverkehr bemisst sich heute und in Zukunft jedoch nicht allein an der Anzahl von Linien oder jährlichen Zugkilometern. Für Fahrgäste ist entscheidend, Züge verlässlich verkehren, ob sie sauber und sicher sind, pünktlich ankommen und ausreichende Kapazitäten bieten – und ob sie über verlässliche Auskunfts- und Informationssysteme in Echtzeit darüber informiert werden, was im Betriebsalltag passiert.

Genau an diesem Punkt setzt unser Qualitätscontrolling an. Grundlage hierfür ist unser Qualitätsmanagementsystem QUMA, das in den Verkehrsverträgen verankert ist und klare Anforderungen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen formuliert. Im laufenden Betrieb wird die Qualität anhand standardisierter Kennzahlen erfasst, ausgewertet und öffentlich dokumentiert – so beispielsweise im alljährlich erscheinenden SPNV-Qualitätsbericht, dem Qualitätsmonitor NRW und dem Stationsbericht. So entsteht ein belastbares Gesamtbild darüber, wie zuverlässig der SPNV im VRR und im ganz NRW tatsächlich funktioniert.

Besonderes Augenmerk legt der VRR dabei auf Aspekte, die für Fahrgäste besonders relevant sind: Wie pünktlich und zuverlässig verkehren Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahnzüge? Kommt es zu kurzfristigen Ausfällen und sind die vertraglich vereinbarten Sitzplatzkapazitäten vorhanden? Wie sauber und gepflegt sind Fahrzeuge und Stationen? Und werden Fahrgäste im Falle von Störungen und Baustellen frühzeitig, verständlich und einheitlich informiert? Die gewonnenen Erkenntnisse bleiben dabei nicht folgenlos. Sie fließen direkt in die Steuerung und Abrechnung der Verpflichtungen aus den Verkehrsverträgen ein. Auch bilden sie die Grundlage für gezielte Verbesserungen im Betrieb, bei der Fahrgastinformation oder bei künftigen Ausschreibungen. Qualität ist für den VRR somit ein konkret überprüfbares und aktiv genutztes Steuerungsinstrument, mit dem der SPNV im Sinne der Fahrgäste kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Warum der Wettbewerb im VRR ein weiterer Qualitätshebel ist

Der Wettbewerb im Schienenpersonennahverkehr ist nicht nur gesetzlich vorgegeben, sondern darüber hinaus auch ein weiteres Gestaltungselement für den Regionalverkehr in unserer Region. Durch wettbewerbliche Vergabeverfahren entscheidet sich, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen eine Leistung erbringt und unter welchen Rahmenbedingungen dies geschieht. In den Ausschreibungen werden verbindliche Anforderungen an Angebot, Betrieb, Fahrzeuge, Personal, Fahrgastinformation und Qualität festgelegt – und damit die Grundlage für ein einheitliches und leistungsfähiges SPNV‑System im Verbundraum geschaffen.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind dabei unsere standardisierten Vergabe‑ und Vertragsunterlagen. Sie sorgen für transparente und faire Wettbewerbsbedingungen, reduzieren Komplexität für alle Beteiligten und ermöglicht es uns, hohe und einheitliche Qualitäts‑ und Ausstattungsstandards verbundweit durchzusetzen. Gleichzeitig passen wir unsere Unterlagen kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen an – etwa an passfähigere Indices, zunehmende Bautätigkeit im Schienennetz oder neue gesetzliche und klimapolitische Anforderungen.

Besondere Bedeutung kommt zudem der Fahrzeugfinanzierung zu. Moderne, leistungsfähige und klimafreundliche Fahrzeuge sind eine Grundvoraussetzung für einen hochwertigen SPNV, stellen für Verkehrsunternehmen aber auch ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar. Mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen – etwa dem VRR‑Fahrzeugfinanzierungsmodell oder dem landesweit abgestimmten NRW‑RRX‑Modell – sorgt der VRR dafür, dass dieses Risiko begrenzt wird und der Wettbewerb nicht durch Kapitalstärke, sondern durch Qualität und Betriebskompetenz entschieden wird. Das schafft faire Chancen für unterschiedliche Anbieter und sichert zugleich den langfristigen Einsatz moderner Fahrzeuge im Verbundgebiet.

Moderne Fahrzeuge und die Antriebswende im SPNV

Für sämtliche im VRR verkehrenden Fahrzeuge definieren wir verbindliche Mindeststandards, um verbundweit ein einheitliches Qualitätsniveau zu halten. Zu diesen Standards gehören unter anderem ein stufenloser, barrierefreier Ein- und Ausstieg an Bahnsteigen mit einer Höhe von 76 Zentimetern über Schienenoberkante, großzügige Mehrzweckbereiche für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Kinderwagen oder Fahrräder, klimatisierte Fahrgastbereiche sowie zeitgemäße Ausstattungsmerkmale wie WLAN, Steckdosen und eine verbesserte Mobilfunkversorgung. Ebenso wichtig sind leistungsfähige optische und akustische Fahrgastinformationssysteme, die den Fahrgästen während der Fahrt verlässliche und verständliche Informationen bereitstellen.

Mit Blick auf eine verbesserte Energieeffizienz und den Klimaschutz rückt zudem auch die Antriebswende im Regionalverkehr zunehmend in den Fokus. Während die allermeisten Fahrgäste bereits heute mit elektrisch betriebenen und damit lokal emissionsfreien Zügen unterwegs sind, steht auf nicht elektrifizierten Strecken die schrittweise Ablösung konventioneller Dieseltriebwagen an. Je nach Einsatzgebiet kommen dabei unterschiedliche Lösungen in Betracht – von der Elektrifizierung der Strecken bis hin zum Einsatz batterieelektrischer Züge. 

Mobilität für die Zukunft

Rhein-Ruhr-Express (RRX)

Mit dem Rhein-Ruhr-Express stärken wir den SPNV und sichern Ihre Mobilität in und nach NRW. Seit Dezember 2020 sind alle 84 RRX-Fahrzeuge auf insgesamt fünf SPNV-Linien im Einsatz.

Niederrhein-Münsterland-Netz

Das künftige Niederrhein-Münsterland-Netz umfasst sechs derzeit noch dieselbetriebene Linien, deren Verkehrsverträge zwischen 2025 und 2028 auslaufen. In dieser Zeit soll der Betrieb auf den Linien sukzessive auf batterie-elektrische (BEMU-)Fahrzeuge umgestellt werden. Dazu sind sowohl umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen als auch die Anschaffung der entsprechenden Fahrzeuge erforderlich.

S-Bahn Rhein-Ruhr

Die S-Bahn Rhein-Ruhr ist mit ihren zahlreichen Haltepunkten ein zentrales Element des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). In unserem dicht besiedelten Ballungsraum mit seinen vielen Zentren sichert sie die Mobilität von Millionen Menschen in unserer Region. Nahverkehrskund*innen profitieren von einem bedarfsgerechten Takt, kurzen Reisezeiten, zahlreichen Direktverbindungen und attraktiven Reiseketten.