Mehrere Fahrgäste sitzen in einem Bus. Auch eine Oma ist mit ihrer Enkelin unterwegs.

19. März 2019

Sicher mobil. Mobilitätsbildung für alle.

Wenn wir auf das stetig steigende Verkehrsaufkommen, gerade in den Städten, blicken, erkennen wir die steigenden Herausforderungen an eine sichere und selbstständige Mobilität. Umso wichtiger sind Orientierung und ein Wissen um die Gefahren des alltäglichen Verkehrsgeschehens – das gilt für uns alle, egal ob jung oder alt.

Sicher und selbsständig im Straßenverkehr bewegen

Mal eben schnell mit dem Auto von A nach B fahren, zum Bäcker um die Ecke, zu Freunden oder – immer beliebter – die Kinder vor der Schule absetzen und wieder einsammeln. Diese Situationen kennen Sie sicherlich auch aus Ihrem Alltag. Was zum einen zu immer volleren Straßen und einer hohen Umweltbelastung beiträgt, ist zum anderen kein gutes Vorbild für das Mobilitätsverhalten unserer Kinder. Denn wer zum Großteil nur von der Rückbank des Autos heraus das Verkehrsgeschehen beobachtet, erlernt nur schwer, sich selbstständig, sicher und umweltbewusst im Straßenverkehr zu bewegen. 

Für Jung und Alt gilt: Der richtige Umgang will gelernt sein

Damit wir alle selbstständig und ohne Risiko am Straßenverkehr teilnehmen können, brauchen wir also gute Vorbilder zuhause aber auch Experten, die ihr Wissen um das richtige Verhalten im Straßenverkehr weitergeben. Dementsprechend nimmt das Thema Mobilitätsbildung beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr einen wichtigen Stellenwert ein. Wenn Sie beim Wort Bildung jetzt ausschließlich an junge Menschen denken, liegen Sie jedoch falsch. Zwar ist es wichtig, dass wir bereits den Kleinsten das richtige Verhalten im Straßenverkehr und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nahebringen, um sie auf die Herausforderungen des Straßenverkehrs vorzubereiten. Da man aber bekanntlich nie auslernt, ist es zudem sinnvoll, auch Erwachsene und gerade ältere, mobilitätseingeschränkte Personen zu befähigen, sich sicher im Verkehrsgeschehen zu bewegen und für das Thema Mobilität im fortgeschrittenen Alter zu sensibilisieren. Denn nur wer gelernt hat, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten, die öffentlichen Verkehrsmittel sicher zu nutzen und die Herausforderungen, die dabei im Laufe des Lebens entstehen können, kennt, kann selbstständig und unabhängig mobil sein und am sozialen Leben teilnehmen.  

 

Früh übt sich

Bereits im Vorschulalter stellen wir als Eltern, Lehrer oder Erzieher die Weichen für das spätere Mobilitätsverhalten von Kindern. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit den Kleinen die aktive Teilnahme am Straßenverkehr üben und sie fit für die Nutzung von Bus und Bahn machen. Frei nach dem Motto: Was man selbst erlebt, hinterlässt auch bleibende Eindrücke. Hier sind wir Erwachsenen als gute Vorbilder und Begleiter gefragt, zum Beispiel beim gemeinsamen Ausflug mit der Kita-Gruppe oder am Wochenende mit der Familie. Einen noch größeren Stellenwert nimmt das Thema Verkehrserziehung beim Wechsel zur Grund- und später zur weiterführenden Schule ein. Denn viele Kinder bestreiten von nun an den Weg zur Schule selbstständig und sind nicht selten ohne Begleitung der Eltern in Bus und Bahn unterwegs. Mit dem Erlernen der richtigen Verhaltensregeln im Straßenverkehr mindern die jungen Verkehrsteilnehmer die Risiken für sich selbst und für andere.

 

Infomaterialien für Schüler, Eltern, Erzieher und Lehrer

Der VRR erstellt daher eine Reihe an verschiedenen Broschüren und weiteren Materialien für Schüler, Eltern, Erzieher und Lehrer, die die Kinder im Unterricht oder in der Freizeit spielerisch an das Thema Verkehrserziehung heranführen. Die Materialien können Sie nutzen, um zum Beispiel  die Fahrten zu Ausflügen vor- und nachzubereiten. Zudem regen sie zum Nachdenken und Diskutieren über das richtige Verhalten im Straßenverkehr an, um es anschließend gemeinsam in der Praxis bei einer Fahrt mit Bus und Bahn zu üben.

Unterlagen zum Download
Für Schüler

Bereits im Kindergarten- und Grundschulalter können die Jüngsten spielerisch auf sicheres und richtiges Verhalten in Bus und Bahn hingewiesen werden. Spätestens mit dem Besuch der weiterführenden Schule steht dann die erste eigenständige Fahrt mit Bus und Bahn auf dem Stundenplan. Diese Unterlagen erleichtern den Einstieg.

Wir werden Bus-Profi

Wir werden Bahn-Profi

SchokoTicket-Stundenplan

Schulweg-Checkliste

Mal- und Tüftelheft

Unterlagen zum Download
Für Lehrer und Erzieher

Auch Erzieher oder Lehrer tragen maßgeblich dazu bei, wie Jugendliche Mobilität erleben und sich zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln entscheiden.

Wir werden Busprofis

Wir werden Bahnprofis

Flo und Tine fahren Bus

Begleitmaterial zu "Flo und Tine fahren Bus"

Lehrerbroschüre

Arbeitsblätter

Mit Sicherheit und Flo

Der VRR-Verkehrserziehungsfilm bietet vielfältige Informationen zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr und Umgang mit Bus und Bahn. Junge Verkehrsteilnehmer lernen hier auf unterhaltsame Weise, worauf es beim Weg durch die Stadt ankommt. In mehreren Kapiteln geht es um die verschiedenen Verkehrsmittel, Haltestellen, das Lesen von Fahrplänen und das richtige Verhalten beim Ein- und Aussteigen.

 

Mit Sicherheit und Flo - Film zur Verkehrserziehung:

Aktiv und mobil bis ins hohe Alter

Einkäufe erledigen, Bekannte treffen, einen Arztbesuch erledigen – was für Sie vielleicht ganz normal und unkompliziert klingt, kann ältere und mobilitätseingeschränkte Personen in Ihrer Familie oder Nachbarschaft vor große Herausforderungen stellen. Denn viele Wege sind für alte Menschen häufig nicht ohne Hilfe oder Schwierigkeiten zu bewältigen, da der Fußweg oft zu lang ist und ein eigenes Auto nicht zur Verfügung steht oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr genutzt wird. Da bleibt oft nur die Fahrt mit Bus und Bahn um von A nach B zu kommen.

Senioren im Nahverkehr

Doch was, wenn man sich unsicher bei der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fühlt und vielleicht befürchtet, im Bus zu stürzen oder mit dem Rollator nicht rechtzeitig ein- und aussteigen zu können? Nicht selten hat das zur Folge, dass ältere Menschen deutlich seltener aktiv am Leben teilnehmen als sie es gerne würden. Um dem entgegenzuwirken, erstellt der VRR die Broschüre „Senioren im Nahverkehr“. Hier finden Sie als älterer Nahverkehrsteilnehmer alles Wissenswerte rund um die aktive Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Zudem bieten viele Verkehrsunternehmen im Verbundraum Rollatorschulungen im Bus an, in denen mobilitätseingeschränkte Menschen unter anderem das sichere Ein- und Aussteigen und das richtige Verhalten mit dem Rollator während der Fahrt trainieren können. Darüber hinaus widmen die Verkehrsunternehmen im Rahmen der jährlichen Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September dem Rollatortraining im öffentlichen Raum vielerorts einen ganzen Thementag beim Rollatortag NRW. Informieren Sie sich dazu einfach bei Ihrem Verkehrsunternehmen oder beim Zukunftsnetz Mobilität NRW. Dort erhalten Sie eine Übersicht über alle geplanten Veranstaltungen in diesem Bereich. 

Broschüre "Senioren im Nahverkehr" anschauen

 

„GERT“ macht sensibel für Probleme von Senioren

Wissen Sie, wie sich ältere Menschen tatsächlich fühlen, wenn sie mit Bus und Bahn unterwegs sind und mit welchen Problemen und Hindernissen sie dabei konfrontiert werden? Mit dieser Frage müssen sich Verkehrsunternehmen und wir als Verbund angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft beschäftigen, um allen Fahrgästen einen möglichst unkomplizierten Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen. Um sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Probleme älterer Menschen hineinversetzen zu können, hat der VRR mit Fördergeldern des Landes NRW drei gereontologische Testanzüge (GERT) und drei Rollatoren angeschafft, mit denen die Verkehrsunternehmen Schulungen, zum Beispiel für ihre Mitarbeiter, durchführen können. Jeder Anzug besteht aus einer Weste mit Gewichten, Gelenksmanschetten und einer Halskrause, die die Bewegungsfreiheit einschränken, Kopfhörern sowie einer Spezialbrille, die die Hör- und Sehfähigkeit mindern, Handschuhen mit leichten Stromimpulsen, die zittrige Hände simulieren sowie Schuhmanschetten, die einen festen Gang beeinträchtigen. Auf diese Weise simuliert der Anzug die Einengung des Gesichtsfeldes, Hochtonschwerhörigkeit, Kraftverlust, Einschränkung der Beweglichkeit und des Greifvermögens und stört insgesamt das Koordinationsvermögen. Ziel der Schulungen ist es, die Teilnehmer durch das eigene Erleben auf besondere Weise auf die Probleme älterer Menschen aufmerksam zu machen und dadurch mehr Verständnis zu erzeugen. 

Zukunftsnetz Mobilität NRW fördert Radfahren in der Schule

Die beim VRR angesiedelte Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt die angeschlossenen Kommunen dabei, die Mobilität der Menschen zu erhöhen. So auch unter anderem im Bereich der Mobilitätsbildung von Kindern und Jugendlichen. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW fördert das selbstständige und sichere Unterwegssein von Kindern im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. Die Förderung des Radfahrens ist ein wesentlicher Bestandteil. Gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln hat das Zukunftsnetz Mobilität NRW im Jahr 2014 das Konzept „Radfahren in der Schule“ entwickelt. Ziel ist es, die Radfahrfertigkeiten von Kindern zu verbessern. Sie als Lehrerin oder Lehrer haben die Möglichkeit, sich für kindgerechte Radfahrtrainings fortbilden zu lassen und erhalten über die begleitende Onlineplattform https://staging.radfahreninderschule.de/ methodische und praktische Unterstützung, um Ihre Schüler auf das sichere Radfahren im Straßenverkehr vorzubereiten.

Das Programm „Verkehrszähmer“ bietet zudem ein ganzheitliches Schulwegkonzept für Grundschulen. Ziel ist es, dass wieder mehr Kinder zur Fuß zur Schule gehen und lernen, selbstständig, sicher und eigenverantwortlich mobil zu sein. Begleitende Materialien finden Sie hier:

Verkehrszähmer: Infoflyer

Verkehrszähmer: Leitfaden

Verkehrszähmer: Lernkarten

Verkehrszähmer: Lernkarten Bordstein-Training

Kristina Pickert

Von Kristina Pickert
PR-Redakteurin


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